1,0ng/ml THC im Blut reicht für fehlendes Trennungsvermögen

Im Gegensatz zur Verwendung anderer Drogen führt der Konsum von Cannabis außerhalb des Straßenverkehrs nicht zwingend zum Entzug der Fahrerlaubnis oder zu Zweifeln an der Fahreignung. Dies ist nur dann der Fall, wenn anzunehmen ist, dass der Betroffene den Drogenkonsum und die Teilnahme am Straßenverkehr nicht hinreichend trennen kann, es also zu befürchten ist, dass er auch unter Cannabis-Einfluss ein Kraftfahrzeug fahren wird. Dieses “Trennungsvermögen” wird dem Betroffenen nach der überwiegenden Rechtsprechnung bislang ab einer THC-Konzentration von 1,0ng/ml im Blutserum abgesprochen. Während die sogenannte Grenzwertkommission nunmehr seit letztem September einen neuen Grenzwert von 3,0ng/ml empfiehlt, bleibt das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen beim alten Wert (VG Gelsenkirchen , vom 20.01.2016 – 9 K 1253/15).

Das Verwaltungsgericht hat im Verfahren den Vorsitzenden der Grenzwertkommission angehört und trotz dieser Anhörung keinen Anlass gesehen, von der bisherigen Bewertung abzuweichen. Bereits ab Vorliegen des alten Grenzwertes sei eine Beeinträchtigung der Fahrsicherheit anzunehmen. Ein hinreichendes Trennungsvermögen wurde dem Betroffenen abgesprochen.

Es wird abzuwarten bleiben, ob sich die Rechtsprechung den Empfehlungen der Grenzwertkommission zukünftig anschließen wird oder beim seit längerer Zeit geltenden, wesentlich strengeren Grenzwert bleibt.

 

Haben Sie den Führerscheinentzug wegen Drogen zu befürchten? Wirft man Ihnen vor, Sie seien unter Drogeneinfluss gefahren? Droht Ihnen eine MPU? Dann sollten Sie sich dringend anwaltlich beraten lassen! Rufen Sie uns an!28