Abgebrochene Blutentnahme! Da war wohl jemand mehr als schlampig!

Der Beschuldigte hatte mit weit überhöhter Geschwindigkeit (110km/h) in der Ortslage ein anderes Fahrzeug abgeschossen. Es entstand massiver Personen- und Sachschaden. Der Geschädigte erstattete natürlich Anzeige.

Schon vor Ort mutmaßten anwesende Zeugen, dass der Beschuldigte wohl nicht ganz frei von berauschenden Mitteln sei. Das veranlasste die vor Ort befindlichen Polizeibeamten zu einer Blutentnahme. So weit, so gut. Was dann kam liest sich in der Akte wie folgt:

“Da im Klinikum … zwei Notfälle eingeliefert wurden und keine Blutentnahme durch einen Arzt in der nächsten Zeit in Aussicht war, wurde diese Maßnahme um … Uhr im Klinikum abgebrochen.

Aus diesem Grund wurde ein Atemalkoholtest am Dräger 7110 durchgeführt.”

Der Leser der Akte erfährt nicht, was mit “in der nächsten Zeit” gemeint ist. Hatten es die Beamten eilig? Warteten sie schon Stunden? Und warum wird, wenn auch der Verdacht des Konsums anderer berauschender Mittel nur ein Atemalkoholtest gemacht?

Dies ist nur der Einstieg in eine Akte, die einen offenbar übereiligen Raser betrifft, der Personen- und Sachschaden verursacht hat, evtl. unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Eine Akte, die die Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich übrigens unter Verweis auf fehlendes öffentliches Interesse eingestellt hat. Manchmal, und nicht nur wenn ich den Geschädigten vertrete, finde ich sowas doof!