Abmahngefahr bei Facebook-Vorschaubildern!

Es war zu erwarten, dass auch Facebook immer mehr ins Visier abmahnwütiger Rechteinhaber und Anwaltskanzleien rückt. Wie die Kollegen Weiß (siehe hier) und Schwenke (siehe hier) nun berichten und diskutieren, hat es nunmehr also (min. einen) Nutzer erwischt, der einen Link geteilt und das automatisch generierte Vorschaubild (Facebook liest hierfür die auf der verlinkten Seite vorhandenen Bilder aus und stellt sie als Miniaturen dar) nicht entfernt hat. Der Inhaber der Urheberrechte an diesem Bild, eine Frau Gabi Schmidt, hat nun durch die Kanzlei Pixel.Law (beide für Abmahnungen nicht unbekannt) den Facebook Nutzer abmahnen lassen. Gefordert werden offenbar eine Unterlassungserklärung und die Zahlung von 1.800 €.

Grundsätzlich ist die Angelegenheit relativ klar. Die Nutzung fremder Fotografien ohne Einwilligung des Rechteinhabers ist eine Urheberrechtsverletzung und zieht Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche nach sich. Ob die 1.800 € als Forderung gerechtfertigt sind, steht auf einem anderen Blatt.

An der Tatsache, dass eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, ändert sich auch durch die automatische Generierung von Vorschaubildern nichts. Einerseits können diese unproblematisch durch den Nutzer entfernt werden. Und wäre dies nicht der Fall, so müsste der Nutzer halt auf das Teilen des Links verzichten. Dies ist zwar nicht Sinn der Aktivitäten im Social Web, aber zumindest aktuell geltende Rechtslage.

Auch wenn der Rechteinhaber beispielsweise einen Artikel mit entsprechenden Buttons versieht, die zum Teilen des Beitrags in Social Nets animieren sollen, stellt dies m.E. keine Einwilligung in die Nutzung der Bilder, die auf der Seite vorhanden sind dar.

Aus diesem Grund wird zu empfehlen sein, dass Facebook Nutzer beim Teilen von Links weitestgehend darauf verzichten sollten, die vorgeschlagenen Vorschaubilder zu verwenden. Es wird damit zu rechnen sein, dass sich derartige Abmahnungen häufen. Wie groß das finanzielle Risiko in diesem Fall ist, wird sich wohl erst mit den ersten gerichtlichen Streitigkeiten klären.

In diesem Zusammenhang darf selbstverständlich nicht vergessen werden, dass auch das Teilen anderer urheberrechtlich geschützter Werke Abmahnungen nach sich ziehen kann. Dies betrifft u.a. auch Videos aus den gängigen Video-Plattformen, insbesondere dann, wenn es sich um schon unrechtmäßige Kopien, Bootlegs etc. handelt.