Aktuelle Entscheidung: Besonders schwerer Fall des Diebstahls auch bei Öffnung eines Behältnisses mit korrektem Schlüssel (BGH)

Der Angeklagte und seine gesondert verurteilte Mittäter ein gemeinsames einer Postfiliale erhebliche Mengen Geld entwendet. Die Mittäterin hatte von einem abgelehnten Kollegen unbemerkt den Schlüssel zum Haupttresor an sich genommen um sodann den Tresor zu öffnen und 113.000 € zu entnehmen. Beides war nach den Feststellungen des Gerichtes vom gemeinsamen Tatwillen getragen.

Das Landgericht Gießen hatte denen Angeklagten schließlich zu einer mehrjährigen Haftstrafe, unter Einbeziehung verschiedener weiterer Strafen, verurteilt. Die Revision stützte sich lediglich auf die Sachrüge. Offenbar war die Verteilung der Auffassung, dass das Eindringen in ein Gefäß mit den dafür bestimmten Schlüssel kein besonders schwerer Fall des Diebstahls im Sinne von §§ 242, 243 Abs. 1 Nr. 2 StGB sei.

Der BGH hat festgehalten, dass es einzig und allein darauf ankommt, was das Behältnis verschlossen ist. Irrelevant ist, ob die dafür bestimmten Schlüssel separat weggeschlossen wurde. Täter muss die Sicherung, also das verschlossene Behältnis, überwinden. Dabei kommt es nicht darauf an, wie er dies tut. Es ist daher irrelevant, ob der Täter das Gefäß mit Gewalt öffnet oder den dafür vorgesehenen Schlüssel verwendet.

Die Revision wurde daher verworfen.

(BGH, Beschluss vom 05.08.2010, Az.: 2 StR 385/10 –> hier im Volltext)