Arbeitsrecht: Auch Schwangerschaftsvertretung darf eigene Schwangerschaft verschweigen

Die Frage, ob eine Bewerberin auf eine Arbeitsstelle schwanger ist, ist nach ständiger Rechtsprechung unzulässig. Keine Frau muss dem zukünftigen Arbeitgeber z.B. schon beim Einstellungsgespräch auf die Nase binden, dass sie ein paar Wochen später schon schwangerschaftsbedingt nicht mehr arbeiten wird können.

Stellt der Arbeitgeber eine Arbeitnehmerin gerade zum Zwecke der Schwangerschaftsvertretung befristet ein, so könnte man durchaus auf den Gedanken kommen, dass in diesem Fall die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft zulässig sein könnte.

Dem hat das Landesarbeitsgericht Köln jedoch eine klare Absage erteilt (LAG Köln, Urteil vom 11.10.2012, Az.: 6 Sa 641/12). Die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft sei grundsätzlich eine unmittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts im Sinne des §3 Abs. 1 S. 2 AGG. Sie braucht daher nicht beantwortet zu werden.

Das Gericht stützt sich dabei auch auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuZW 2001, 689, nach der auch dann, wenn nur ein befristeter Arbeitsvertrag geschlossen werden soll und die Bewerberin während eines wesentlichen Teils der Vertragszeit nicht arbeiten könnte. Das LAG Köln machte von diesem Grundsatz des EuGH auch im Falle der Schwangerschaftsvertretung keine Ausnahme.