Arbeitsrecht: Kündigung wegen Beleidigung auf Facebook

Nicht nur derjenige, der seinen Arbeitgeber auf Facebook beleidigt oder verunglimpft, spielt mit seinem Job, sondern auch derjenige, der über Facebook Arbeitskollegen beschimpft und beleidigt. Dies stellte das Arbeitsgericht Duisburg im September fest (ArbG Duisburg, Urteil vom 26.09.2012, Az.: 5 Ca 949/12)

Der Kläger hatte über Facebook Arbeitskollegen als “Speckrollen” und Klugscheisser” bezeichnet, was ihm die Kündigung durch seinen Arbeitgeber einbrachte.

Das ArbG Duisburg stellte im Rahmen der Kündigungsschutzklage fest, dass aufgrund der Tatsache, dass der Eintrag über Facebook bis zu seiner Löschung immer wieder gelesen werden könne, diese Posts nicht mit mündlichen Äußerungen unter Kollegen gleichzustellen seien, sondern einen schwerwiegenderen Eingriff in die Rechte der Betroffenen bedeute. Unerheblich sei dabei, dass die Einträge bei Facebook nur für die “Freunde”, also die direkten Kontakte des Klägers bei Facebook, sichtbar waren.

Gleichwohl erklärte das ArbG die Kündigung dennoch für unwirksam, da ein derartiges Verhalten zunächst hätte abgemahnt werden müssen. Der Kläger habe nämlich im Affekt gehandelt, da ihn seine Kollegen zuvor zu Unrecht beim Chef denunziert hatten. Auch konnten aus dem Post für Unbeteiligte keine Rückschlüsse auf die Identität der betroffenen Kollegen gezogen werden.