Ausnahmsweise mal nicht schweigen

In der Regel ist Schweigen die sinnvollste Verteidigung gegen Straftatvorwürfe. Es gibt aber auch Ausnahmen:

Ein kleines Amtsgericht, ein kleines Verfahren wegen Betrug zu Lasten der Sozialkassen. Die Sachlage eindeutig, der Mandant geständig und sichtlich erschüttert ob des Ermittlungs- und des folgenden Hauptverfahrens. Mit zitternder Stimme werden die Fragen des Gerichts beantwortet.

Am Ende steht nicht die große Verurteilung sondern eine Einstellung des Verfahrens gegen die Auflage der Schadenswiedergutmachung, also Rückzahlung zu viel erhaltener Leistungen. Die hätte sowieso erfolgen müssen. Somit kommt der Mandant denkbar günstig aus der Sache heraus, die von vornherein nicht zu gewinnen war.

Manchmal kann Reden daher sinnvoll sein. Dies gilt allerdings immer erst, nachdem mit Hilfe eines Strafverteidigers die Ermittlungsakte eingesehen  und genauestens geprüft wurde, ob eine Einlassung tatsächlich hilfreich ist oder ob sie nur Schaden anrichtet.

Aus diesem Grund sollten Sie, wenn Ihnen eine Straftat vorgeworfen wird, nie auf eigene Faust Angaben gegenüber Ermittlungsbehörden machen. Sprechen Sie zunächst mit einem Strafverteidiger. Dieser kann Ihnen anhand der Akte genau sagen, ob Reden oder Schweigen sinnvoll ist.

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