BGH: Auch Tatopfer kann Kronzeuge sein

Die Kronzeugenregelung des § 46b StGB hat in der Öffentlichkeit vielfach den Ruf, eine “Belohnung” für reuige Tatbeteiligte zu sein. Wer die Tat und Mittäter verrät, der wird als “Kronzeuge” weit besser behandelt, als die verratenen Tatbeteiligten.

Weniger bekannt ist, dass auch das Tatopfer “Kronzeuge” sein kann. Dies kann nach Auffassung des BGH (Urteil vom 19.05.2010, Az.: 5 StR 182/10) dann der Fall sein, wenn der Angeklagte zwar Täter einer “Straftat, die mit einer im Mindestmaß erhöhten Freiheitsstrafe oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht ist” ist, jedoch bezüglich einer anderen Katalogtat, bei der er Tatopfer, jedenfalls nicht Tatbeteiligter ist, zur Aufklärung beiträgt.

Der BGH geht dabei davon aus, dass die Tat wegen der der Angeklagte vor Gericht steht, nicht mit der Tat identisch sein muss, über die er Erkenntnisse liefert.

Kurz und knapp: Dem ist zuzustimmen!