Das Problem mit dem Schimmel in der Wohnung…

Schimmelbildung in Wohnungen ist eines der häufigeren Streitthemen zwischen Mieter und Vermietern. Wer hat den Schimmel zu verantworten? Der Mieter mit falschem Lüftungsverhalten oder der Vermieter, der einfach eine feuchte Bude vermietet hat?

In einem der jüngeren Fälle hier im Hause hatte der Mieter wegen Schimmelbildung die Miete um 50% gekürzt und schließlich fristlos gekündigt. Er behauptete einen Feuchtigkeit des Hauses und somit ein Verschulden des Vermieters. Dieser sah es gänzlich anders und klagte schließlich auf die ausstehende Miete und wollte zudem festgestellt haben, dass die fristlose Kündigung unwirksam ist und bis zum Ablauf der Kündigungsfrist Miete geschuldet wird.

Im Verfahren ebnete der Vortrag Mieters selbst den Weg zu dessen “Untergang”. Denn einerseits teilte er mit, dass er bei Einzug vor etlichen Jahren, nachdem die Wohnung zuvor mehrere Jahre leer stand, keinen Schimmel bemerkt habe. Auch teilte er mit, selbst im Winter regelmäßig für etwa 30 Minuten zu lüften. Schließlich hatte er bestätigt, dass bei einer vorherigen Wohnungsbesichtigung eine Luftfeuchtigkeit von min. 70 – 80% in der Wohnung bestanden habe.

Dies veranlasste das Gericht zu dem eindeutigen Hinweis, dass das Verfahren wohl nur schwerlich zu gewinnen wäre. Das Lüftungsverhalten sei falsch. Die Luftfeuchtigkeit spreche für eine Verantwortlichkeit des Mieters. Die Tatsache, dass die Wohnung nach mehreren Jahren Leerstand zunächst schimmelfrei gewesen sei und anschließend erst nach Einzug des Mieters der Schimmel auftauchte, sprechen ganz besonders stark gegen eine Verantwortlichkeit des Vermieters. Außerdem sei eine Minderung um 50% nun nicht einmal ansatzweise denkbar, da überhaupt nicht vorgetragen war, in welchem Umfang der Schimmel die Wohnung befallen hatte. Rechtlich fiel dem Mieter noch auf die Füße, dass er nach einem Vermieterwechsel mit dem neuen Vermieter einen neuen Mietvertrag abgeschlossen hatte, und zwar in Kenntnis der Schimmelproblematik und ohne diese zu thematisieren.

Das Gericht wies dann noch auf die Beweislastverteilung, die Sachverständigenkosten und die Tatsache hin, dass Prozesskostenhilfe für den Mieter mangels Erfolgsaussichten nicht in Betracht käme.

Was lernen wir daraus: Will der Mieter wegen Schimmel die Miete mindern, so sollte er sich sehr sicher sein, dass der Schimmel nicht in seinen Verantwortungsbereich fällt. Eine unberechtigte Mietminderung kann schnell zu einer fristlosen Kündigung durch den Vermieter führen. Ein Prozess um ausstehende Mieten etc. ist in der Regel mit einem nicht unerheblichen Kostenrisiko verbunden. Geht es um den Bestand des Mietverhältnisses, also die Frage, ob eine Kündigung wirksam ist, oder nicht, so setzt sich der Gegenstandswert aus der Höhe der für den streitigen Mietzeitraum zu zahlenden Miete zuzüglich etwaiger ausstehender Mietzahlungen zusammen. Erhebt der Mieter gar eine Räumungsklage, wird der Gegenstandswert in Höhe der Jahresmiete angenommen. Da kommt schnell was zusammen.

Der Mieter sollte sich daher tunlichst an eventuelle Vorschriften des Vermieters zur Lüftung und Heizung der Räume halten (führt die Einhaltung dieser Regeln dann doch zum Schimmel, so hat der Vermieter das Problem). Notfalls sollte sich der Mieter beim Mieterbund oder anderen Organisationen beraten lassen. Kommt es zum Schimmel, so ist es immer sinnvoll, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um nicht durch unvorsichtige Mietminderungen oder Kündigungen unnötige Kosten und Ärger zu produzieren.

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