Der Kollege Sebastian und die Zahlen…

Herr Rechtsanwalt Sebastian aus Berlin hatte unsere Mandantschaft vor knapp 3 Jahre wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen abgemahnt. Außer einer vorsorglichen Unterlassungserklärung hat er von unserer Mandantschaft nichts, insbesondere kein Geld, erhalten.

Das wurmt ihn scheinbar, meint er doch, seine Mandantschaft hätte Zahlungsansprüche. Die vermeintlichen Ansprüche wären jedenfalls wohl noch nicht verjährt, so dass er mal wieder auf die Forderung zurückkommt.

Er bietet an, die Angelegenheit vergleichsweise durch Zahlung eines einmaligen Betrages von 400 € zu erledigen.

Alternativ schlägt er eine Ratenzahlung vor, die insgesamt zu einem höherem Zahlungsbetrag führen würde. So weit, so üblich. Nur, dass das mit den Zahlen und dem Rechnen nicht so klappt. Der Kollege schlägt 15 Monatsraten zu je 50€ vor. Das macht nach meiner Rechnung 750 €. Weiterhin schreibt der Kollege aber:

“Nach Eingang der letzten Rate und mithin Begleichung des Gesamtbetrages in Höhe von 500,00 EUR ist die Angelegenheit erledigt.”

Also, irgendwer hat sich verrechnet. Der Kollege Sebastian, oder ich?

Stellt sich nur die Frage, was jetzt Inhalt des Vergleiches ist: 15 Raten zu je 50 €, also 750 €. Oder doch nur 10 Raten zu je 50 €, also 500 €. Problematisch ist dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Vergleich durch Zahlung der ersten Rate zustande kommen soll. Der Abgemahnte weiß zu diesem Zeitpunkt aber gar nicht, wie viel er zahlen soll.

Deshalb: Hände weg von solchen Vergleichen! Wenn man schon mit Abmahn-Anwälten Vergleiche schließt, dann nur, wenn diese wirklich klar formuliert sind. Das sollte man ggf. anwaltlich prüfen lassen. Ob ein Vergleich überhaupt notwendig ist, weiß der spezialisierte Anwalt ebenfalls.

Rufen Sie uns an! Wir können helfen!