Der Schmähbrief…könnte wieder in Mode kommen!

Unser hiesiger Anwaltsverein hat der Lutherstadt Eisleben vor kurzem eine Fotografie eines Schmähbriefes aus dem Jahr 1567 übergeben.  (siehe hier)

Der Aussteller des Schmähbriefes, Hilmar von Schlannewitz, hatte eine beträchtliche Summe Geld von der Stadt zu erhalten. Die Stadt jedoch verweigerte die Zahlung. Er griff die Räte daher mit Schmähbrief und Schandbild an, damit „ ein jeder Ehrliebender von den ehrvergessenen, treulosen loblosen, siegellosen Buben und Bösewichtern und ihrem falschen Judassiegel“ wüsste, sich vor ihnen hüte und sie meide, bis alle Schulden bei ihm, Hilmar von Schlannewitz, völlig beglichen seien.

Ein solcher Schmähbrief war kein stumpfes Schwert, kam es den Räten doch darauf an, möglichst unbeschadet an Ehre und Leumund zu bleiben.

Sollte man vielleicht in die heutige Zeit übertragen, auch wenn ich nicht viel Hoffnung habe, dass sich durch einen Schmähbrief manch Amtmann heute noch sonderlich gestört fühlen würde.