Die automatische Datenverarbeitung bei Abmahnungen (oder: Erwischt!)

Es kommt eher selten vor. Aber wenn jemand einen Hinweis darauf braucht, dass urheberrechtliche Abmahnungen wohl doch ohne allzu großes Zutun der unterzeichnenden Anwälte erfolgen, dann liegt ein solcher mir (mal wieder) vor.

Der Ermittlungsdatensatz, den die Abmahnkanzlei der Abmahnung beigefügt hat, enthält neben dem Namen des Betroffenen auch seine Adresse, letzte jedoch (grammatikalisch falsch) am jeweiligen Wortanfang klein geschrieben.

In exakt dieser Schreibweise, nämlich ebenfalls in klein geschrieben, steht die Adresse des Mandanten dann auch auf der Abmahnung selbst und sogar in der vorgefertigten Unterlassungserklärung. Der Wohnort wird sogar in der Unterschriftszeile noch klein geschrieben.

Gleichartige Tippfehler? Dann sollte die Schreibkraft wegen mangelhafter Kenntnisse entlassen werden.

Oder doch vollautomatische Erstellung? Dann stellt sich wieder einmal ernsthaft die Frage nach der anwaltlichen Leistung des Unterzeichners der Abmahnung (so dieser überhaupt noch selbst unterzeichnet und nicht auch die Unterschrift “aus der Konserve” kommt).

Die Sache gibt mir jedenfalls Anlass mit meinem nächsten Schriftsatz ein wenig genauer nach der anwaltlichen Leistung zu fragen!

One thought on “Die automatische Datenverarbeitung bei Abmahnungen (oder: Erwischt!)

  1. pol sagt:

    Sie haben einen veritablen Skandal aufgedeckt. Anwälte, die Text kopieren.

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