Die Karten verheißen nichts Gutes…

…zumindest nicht für denjenigen, der sie sich legen läßt ohne anschließend zu zahlen.

Der Bundesgerichtshof hatte über einen geltend gemachten Vergütungsanspruch einer Kartenlegerin zu entscheiden. Die hatte vom Beklagten zunächst für verschiedene Sitzungen erhebliche Geldbeträge kassiert. Sodann zahlte der Beklagte nicht mehr. Die Klägerin klagte etwas mehr als 6.000 € ein.

Während die Vorinstanzen die Klage jeweils abwiesen, da eine Unmöglichkeit der versprochenen Leistung (Vorhersage der Zukunft) einem Zahlunganspruch entgegenstehe, sprach der Bundesgerichtshof (Urteil v. 13.01.2011, Az.: III ZR 87/10) der Klägerin einen Zahlungsanspruch zu.

Zwar sei die versprochene Leistung in der Tat objektiv unmöglich, dies stehe dem Vergütungsanspruch jedoch nicht entgegen. Denn die Parteien hätten vor dem Hintergrund der Vertragsfreiheit und der Selbstverantwortung selbstverständlich einen Vertrag schließen können, nach welchem sich eine Seite gegen Entgelt verpflichtet, Leistungen zu erbringen, deren Wirksamkeit nach dem Stand der Wissenschaft nicht erweislich sind und die einzig auf dem Glauben des Vertragspartners gründen. Wer bewußt einen solchen Vertrag eingeht, muss schließlich auch zahlen!

One thought on “Die Karten verheißen nichts Gutes…

  1. Tourix sagt:

    Gespräch beim Wahrsager:

    Wahrsager: “Ich sehe hohe Kosten auf sie zukommen…”
    Kunde: “Um Gottes Willen, kann ich dem entgehen ?”
    Wahrsager: “Zu spät, hier ist meine Rechnung.”

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