Diese Abmahnwelle kann heftig werden: Getty Images mahnt Vorschaubilder ab!

Bereits vor einigen Tagen hatten wir an dieser Stelle über die offenbar erste publik gewordene Abmahnung, die sich gegen die Verwendung von Vorschaubildern beim Teilen von Links auf Facebook richtet, berichtet (siehe hier).

Nun geht der Spaß offenbar in die nächste Runde, und das mit vermutlich erheblichen Gefahren nicht nur für Facebook Nutzer.

Die Kollegen der Kanzlei Weiß & Partner berichten an dieser Stelle über eine Abmahnung der Bildagentur Getty Images. Abgemahnt wurde der Betreiber eines Webkataloges. In diesem Webkatalog kann offenbar jeder seine Homepage eintragen, die dann in einer Liste erscheint, wobei dem Eintrag dann ein Screenshot (also eine Abbildung) der eingetragenen Homepage beigefügt wurde.

Auf einem solchen Bild einer eingetragenen Homepage fand die abmahnende Bildagentur offenbar ein, wohl recht kleines eigenes Bild, das zur Verwendung im abgemahnten Webkatalog jedenfalls nicht lizensiert war. Ob derjenige, der die Homepage im Katalog eingetragen hat, eine Lizenz erworben hatte, wird nicht so ganz klar.

Aufgrund der fehlenden Lizenz des Betreibers des Webkataloges wird dieser nun abgemahnt und in erheblichem Maße mit Kostenforderungen überzogen. Unabhängig davon, ob diese der Höhe nach gerechtfertigt sind, werden sie dem Grunde nach wohl berechtigt sein.

Das allein wäre noch nicht so problematisch. Die Kollegen Weiß & Partner weisen jedoch zu Recht darauf hin, dass insbesondere Betreibern von Webkatalogen aber auch Werbeagenturen und sonstigen Unternehmen, die Darstellungen fremder Homepages nutzen, doch eine erhebliche Gefahr droht.

Werden beispielsweise als Referenzen einer Werbeagentur Screenshots der Homepages der Kunden präsentiert, auf denen Bilder Dritter (fremde Fotografen, Bildagenturen etc.) vorhanden sind, so reicht es nicht aus, dass der Kunde eine diesbezügliche Lizenz erworben hat. Vielmehr muss auch die Veröffentlichung durch die Werbeagentur lizensiert sein.

Da in der Regel die Lizenzverträge eine Weitergabe der erworbenen Fotografien an Dritte ausschließen dürfte, wären Betreiber von Werbeagenturen, die Referenzen veröffentlichen ebenso der Abmahngefahr ausgesetzt wie Betreiber von Webkatalogen, die automatische Vorschaubilder darstellen. Auf die tatsächlich sichtbare Größe des fremden Bildwerkes kommt es dabei nicht an.

Unternehmer, die Darstellungen von Kunden übernehmen, insbesondere wenn diese wie im Fall von Webkatalogen automatisch erstellt werden oder aber wenn diese Darstellungen werbend als Referenzen genutzt werden, sollten sich vertraglich, ggf. per Allgemeiner Geschäftsbedingungen von ihren Kunden zusichern lassen, dass sämtliche sichtbaren Fotografien, Grafiken oder sonstige Darstellungen frei von Rechten Dritter sind oder jedenfalls die Verwendung durch den Webkatalog oder die Referenzdarstellungen durch den geschlossenen Lizenzvertrag erlaubt ist. Andernfalls sollte vom Kunden per Vertrag eine Haftungsfreistellung bzgl. etwaiger Ansprüche von Rechteinhabern gefordert werden.

Liegen derartige Absicherungen nicht vor, sollten seitens der Unternehmen auf die Darstellung des Kundenmaterials verzichtet werden, auch wenn dieses aus praktischen Gründen sicherlich nicht gewünscht sein kann.

Unsere Kanzlei steht nicht nur von Abmahnungen betroffenen Personen und Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Wir können selbstverständlich Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Ihre Vertragstexte im Hinblick auf die geschilderte Problematik prüfen und ggf. modifizieren.