Dubiose Zahlungsaufforderungen der Euro Inkasso Solutions s.r.o. für R.M.I.

Die Euro Inkasso Solutions s.r.o. aus Prag macht derzeit offenbar für eine Firma namens R.M.I. Forderungen aus angeblichen Anrufen bei Telefonsex-Hotlines geltend. Gefordert wird zunächst ein Betrag von 90,- € für einen Anruf, der sich dann schrittweise auf 195,- € erhöht, wobei darin dann Mahngebühren für die 1. Mahnung in Höhe von 45,- € enthalten sind sowie Bearbeitungsgebühren in Höhe von 60,- €.

Unklar ist zunächst, ob die Euro Inkasso Solutions s.r.o. überhaupt in Deutschland als Inkasso-Dienstleister zugelassen ist. Ein entsprechender Hinweis fehlt.

Unklar bleibt auch der behauptete Vertragsschluss. “Beweis” hierfür soll ein Einzelverbindungsnachweis sein, aus welchem sich die anrufende Nummer des angeblichen Anspruchsgegners ergeben soll. Es wird auch behauptet, dass ein telefonischer Hinweis auf die Kosten gegeben worden sei. Dies ist freilich aktuell nicht nachprüfbar.

Es fehlt diesbezüglich so ziemlich an allem: Weder wird der angebliche Dienst konkretisiert, noch die Rufnummer, die vom angeblichen Schuldner angerufen worden sein soll. Es wird der Inhalt des Dienstes nicht mitgeteilt. Details zum Vertragsschluss fehlen. Insbesondere lässt schon die von der Gegenseite dargestellte Art und Weise des angeblichen Vertragsschlusses keine tatsächliche Willenserklärung des Schuldners erkennen. Behauptet wird vielmehr nur ein untätiges Schweigen des Anrufers auf einen Kostenhinweis, aus dem sich dann die Kostenpflichtigkeit ergeben sollte.

Unabhängig von der Tatsache, dass die Betroffenen einen Anruf bei einer solchen Telefonsex-Hotline ausdrücklich verneinen, enthält auch das Forderungsschreiben und die weitere Korrespondenz vielfältige Hinweise auf eine unseriöse Abzockermasche.

Wenn Sie ein solches Schreiben dieser Inkasso-Firma erhalten, zahlen Sie auf keinen Fall! Lassen Sie die Sache durch einen Anwalt prüfen. Sichern Sie Einzelverbindungsnachweise des Telefonanschlusses, von dem der Anruf angeblich getätigt wurde. Fordern sie diese notfalls bei Ihrem Provider ab. Wir gehen zwar derzeit davon aus, dass diese Forderungen kaum gerichtlich geltend gemacht werden dürften, aber die Sicherung derartiger Entlastungsbeweise sollte frühzeitig geschehen (die meisten Provider haben Löschungsfristen).