Extremer Wasserverbrauch weist nicht zwingend auf fehlerhaften Zähler hin

Weist ein Wasserzähler auf einem Privatgrundstück einen außerordentlich hohen Verbrauch auf, so muss der Grundstückseigentümer gegenüber dem Wasserversorger den Nachweis führen, dass der Wasserzähler defekt ist, wenn er die Verbrauchabrechnung bestreiten will. Allein ein außergewöhnlich hoher Verbrauch ist dabei nicht ausreichend, den Anscheinsbeweis, den ein geeichter Zähler für die Richtigkeit der Verbrauchsmessung erbringt, zu entkräften (VG Neustadt a.d. Weinstraße , Urteil vom 28.01.2016 – 4 K 203/15.NW).

Der Grundstückseigentümer hatte auf einem, mit einem noch unbewohnten Haus versehenen Grundstück einen Verbrauch von mehr als 1.000 Kubikmeter Wasser zu verzeichnen gehabt. Er vermutete einen mangelhaften Zähler als Ursache. Dieser Zähler war jedoch geeicht. Eine Überprüfung des Zählers durch eine staatlich anerkannte Prüfstelle erbrachte keinen Fehler. Der Wasserversorger setzte daraufhin die entsprechenden Entgelte fest.

Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren klagte der Grundstückseigentümer hiergegen und brachte vor, dass dieser Wasserverbrauch vollkommen unplausibel sei. Das Verwaltungsgericht wies die Klage ab. Der geeichte Zähler erbringen einen Anscheinsbeweis dahingehend, dass der Verbrauch korrekt erfasst wurde. Die durchgeführte Befundprüfung habe der Zähler bestanden. Damit sei für das Gericht erkennbar, dass der Zähler die Verkehrsfehlergrenzen einhalte und zudem auch im Bezug auf die sonstigen Anforderungen der Zulassung entspreche.

Diesen Anscheinsbeweis konnte der Grundstückseigentümer nicht erschüttern. Sein Vortrag sei hierzu nicht ausreichend. Allein der Vortrag eines angeblich unplausiblen Verbrauchs genüge noch nicht. Dass beim Kläger offenbar keine Erklärung dafür vorliege, warum der Wasserverbrauch so hoch sei, gehe angesichts des erbrachten Anscheinsbeweises durch den gültig geeichten Zähler ausschließlich zu Lasten des Grundstückseigentümers.

 

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