Filesharing: Abmahnkanzlei macht Rückzieher – Kosten sollen erstattet werden

Die für ihre vielfältigen Abmahntätigkeiten auf dem Filesharing-Gebiet bekannte Kanzlei Sasse & Partner hat nach einem Bericht der GGR Rechtsanwälte (siehe hier) in mehreren Filesharing-Verfahren mitgeteilt, dass Zweifel daran bestünden, dass der jeweils dem Abgemahnten vorgeworfene Rechtsverstoß wirklich beweisbar wäre. Man würde daher die Angelegenheit nicht weiter verfolgen. Zudem würden von der Mandantin bereits gezahlte Beträge zurückerstattet werden. So viel Ritterlichkeit hätte ich einer Kanzlei aus dem Abmahn-Business kaum zugetraut.

Offensichtlich handelt es sich um Abmahnungen verschiedener Rechteinhaber aus dem Filmbereich; dies ergibt sich zumindest aus den Kommentaren zur Meldung. Auch in Ansehung dieser Mitteilung erwartet die Kollegin Neubauer an dieser Stelle offenbar größere anstehende Veränderungen in der Abmahnbranche, auch vor dem Hintergrund der Morpheus-Entscheidung des Bundesgerichtshofes.

Es bleibt nunmehr spannend, wie sich diese Sache weiter entwickelt. Es dürfte zu vermuten sein, dass Angelegenheiten, die bereits durch Vergleiche und entsprechende Zahlungen endgültig abgeschlossen wurden, nicht betroffen sind. Zumindest aber in laufenden Angelegenheiten, bei denen die Kanzlei Sasse & Partner den Rechteinhaber vertritt, kann es spannend werden. Insbesondere dann, wenn die in den Kommentaren zum Beitrag der GGR Rechtsanwälte und von der Kollegin Neubauer aufgegriffenen Spekulationen über den “Datenlieferanten” Guardley zutreffen sollten, könnte in der Tat noch etwas in diesem Bereich geschehen.

Warten wir es ab!