Filesharing: Abmahnung Constantin Film GmbH “Gesetz der Rache” durch Kanzlei Waldorf

Die Kanzlei Waldorf mahnt derzeit für die Constantin Film GmbH die Verbreitung des mir unbekannten Films “Gesetz der Rache” in Filesharingnetzwerken ab.

Gefordert wird die Abgabe einer Unterlassungserklärung sowie die Zahlung von insgesamt 956,00 EUR (506,00 EUR Anwaltskosten + 450,00 EUR Schadensersatz).

Die rechtlichen Ausführungen bestehen aus den üblichen Textbausteinen. Mir ist jedes Mal schleierhaft, warum sich abmahnende Kanzleien in ewig langen Ausführungen über das “gewerbliche Ausmaß” ergehen, obwohl lediglich die einzelne Rechtsverletzung im Hinblick auf ein einzelnes Werk verfolgt wird. Woraus sich hier das “gewerbliche Ausmaß” ergibt, kommt mir nicht in den Sinn. Die Vermeidung dieser Absätze in allen Fällen, in denen das “gewerbliche Ausmaß” offensichtlich nicht gegeben ist, könnte ganze Wälder vor der Rodung bewahren.

Mein Rat: Jedenfalls sollte eine durch eine abmahnende Kanzlei übersandte Unterlassungserklärung nie ohne vorherigen anwaltlichen Rat unterzeichnet werden. Oftmals, nicht immer, verpflichtet sich der Unterzeichner der Unterlassungserklärung zu einer Zahlung. Häufig sind die Unterlassungserklärungen aus anderen Gründen nachteilig.
Beauftragen Sie zeitnah einen spezialisierten Rechtsanwalt mit der Prüfung der Abmahnung und gegebenenfalls mit der Abwehr unberechtigter Ansprüche.
Ihre Rechtschutzversicherung übernimmt leider nicht die Kosten für eine solche Angelegenheit. Lassen Sie sich jedoch auch nicht von ihr an einen Anwalt vermitteln, der nur mittels Ferndiagnose ohne Kenntnis des Sachverhaltes und der Abmahnung zu einer Vorgehensweise rät. Der Anwalt muss die Abmahnung prüfen und den Sachverhalt mit Ihnen erörtern. Alles andere ist unseriös!