Filesharing: Debcon GmbH nun auch in Sachen DigiProtect aktiv

Dass die Debcon GmbH offenbar als “Nachfolger” der Kanzlei U+C Rechtsanwälte für die Silwa Filmvertriebs AG die bislang erfolglos geltend gemachten Forderungen einzutreiben versucht, hatten wir bereits hier berichtet.

Der Kollege Stadler teilt nun hier mit, dass die Debcon GmbH sich auch Angelegenheiten der Fa. DigiProtect vorgenommen hat. Dabei tritt die Debcon GmbH offenbar in Untervollmacht für die Kanzlei U+C Rechtsanwälte auf. Dies berichtet der Kollege und schließt daraus, sicherlich korrekt, dass die DigiProtect Forderungen offenbar nicht von der Debcon erworben wurden.

Dass dies letztlich nach außen hin in der Tat ein sehr zweifelshaftes Bild abgibt, dürfte nachvollziehbar sein. Die ursprünglich mit der Abmahnung beauftragte Kanzlei erreicht zumindest im Hinblick auf den Schadensersatzanspruch keinen Erfolg und beauftragt nun als Unterbevollmächtigten eine Inkasso-Firma. Ob das beim zahlungsunwilligen Abgemahnten Eindruck macht?

Im von uns beschriebenen Fall der Silwa Filmvertriebs AG tritt die Debcon jedoch erkennbar nicht als Unterbevollmächtigter auf. Vielmehr wird dargestellt, dass die Gläubigerin die Debcon “letztmalig außergerichtlich mit der Einziehung der gegen sie bestehende und unbestrittene Forderung beauftragt hat.” (die grammatikalischen “Unsauberheiten” sind dem zitierten Text so entnommen)

Dies läßt den Schluss zu, dass, wenn hier auch nicht ein direkter Forderungsverkauf an Debcon stattgefunden hat, zumindest jedoch Debcon nunmehr alleiniger Bevollmächtigter der Gläubigerin ist. Überhaupt mehren sich die Berichte, die eher davon ausgehen, dass der Forderungsverkauf insgesamt wohl nicht erfolgreich war, zumindest jedoch noch keine verkauften Forderungen geltend gemacht werden.

Die Behauptung jedenfalls, die Forderung sei unbestritten, ist zumindest im von uns zitierten Fall schlicht falsch. Die anschließende Drohung mit dem Schufa-Eintrag entsprechender Unsinn. Das Schreiben wird vielleicht bei der ein oder anderen ängstlichen Natur Verunsicherung hervorrufen. Ansonsten gilt auch hier: Wenn’s die abmahnende Kanzlei nicht geschafft hat, die Forderung einzutreiben, warum sollte es das Inkasso-Unternehmen schaffen?

Update:
Wie der Kollege Dedden hier so treffend berichtet, ergeben sich evtl. auch berufsrechtliche Problematiken. Die Versendung der Schreiben direkt an die Mandanten unter Umgehung der mandatierten Rechtsanwälte könnte vielleicht als unzulässig einzustufen sein. Diskutabel ist dieser Standpunkt allemal.

 

Wichtig:
Wenn sie ein Schreiben der Debcon GmbH erhalten, mit welchem diese Forderungen aus einer Filesharing-Angelegenheit geltend machen will, dann sollten sie dieses Schreiben schnellstmöglich einem / ihrem spezialisierten Rechtsanwalt vorlegen. Aus den hier beschriebenen Gründen ist nicht sichergestellt, dass ihr Anwalt trotz der gegenüber der Kanzlei U+C Rechtsanwälte erfolgten Vertretungsanzeige vom Schreiben der Debcon separat erfährt. Zur Vermeidung von Nachteilen sollten sie ihn schnellstmöglich kontaktieren.