Filesharing: Kein Urheberrechtsschutz bei primitiven sexuellen Vorgängen

Gemessen an dem Aufsehen, das diese Entscheidung des Landgerichts München I momentan auch innerhalb der Anwaltschaft, erregt, könnte man fast meinen, das Gericht Großes vollbracht, als es entschied, dass die filmische Darstellung sexueller Vorgänge in primitiver Weise keinen urheberrechtlichen Schutz genieße. Sicherlich ist die Entscheidung bemerkenswert. Mehr aber auch nicht. Denn wie auch der Kollege Vetter an dieser Stelle feststellt: Das LG München I steht mit seiner Auffassung ziemlich einsam da.

Hintergrund war im Übrigen keine Zahlungs- oder Unterlassungsklage sondern ein Antrag eines Rechteinhabers im Auskunftsverfahren (§101 Abs. 9 UrhG), gegen den sich die Betroffenen wehrten. Sie sahen, und das LG München I folgte ihnen, die notwendige persönliche geistige Schöpfung nicht als gegeben an.

Es wird sich zeigen, ob dieser Auffassung andere Gerichte folgen werden.