Filesharing: Klagewelle im Anmarsch?

Unabhängig davon, dass es keine wirklich aussagekräftige Statistik darüber geben dürfte, aus welcher ersichtlich ist, in welchem Umfang tatsächlich aus urheberrechtlichen Abmahnungen Klageverfahren entstehen (sei es auf Unterlassung, sei es auf Schadensersatz), wird festzuhalten sein, dass die Klageaktivitäten derzeit eher spärlich gesät sind. Wird sich dies ändern?

Mehrere Blogs berichten aktuell über möglicherweise drohende Klagewellen (hier, hier, hier und hier). Offensichtlich soll die Kanzlei Waldorf Frommer personell aufgestockt haben und durch kleine Veränderungen in den Schriftsätzen eine erhöhte Klagebereitschaft erkennen lassen.

Sollte es tatsächlich zu verstärkten Klageaktivitäten seitens der Münchner Kanzlei kommen, so kann hiervon ein Großteil der Abgemahnten betroffen sein, da die Kanzlei Waldorf Frommer eine Vielzahl an Urheberrechtsinhabern vertritt. Ich teile auch die Auffassung eines Teils der oben zitierten Kollegen, dass insbesondere die kurz vor der Verjährung stehenden Fälle Ziel von Klagen sein werden. Dies betrifft Rechtsverletzungen aus dem Jahr 2008, da für diese Verjährungsbeginn der 01.01.2009 ist und somit die Verjährung mit Ablauf des 31.12.2011 eintritt.

Selbstverständlich wird abzuwarten bleiben, ob es tatsächlich zu einer “Klagewelle” kommt oder ob nur ein kleiner Stein ins Wasser fällt und kleine Kreise zieht. Fakt ist jedoch, dass dem Abgemahnten unabhängig jedweder Statistiken dem Grunde nach immer ein Klagerisiko droht, wenn er nicht bereits gezahlt hat. Dies gilt es immer zu bedenken.

Aus diesem Grunde sollte man es tunlichst vermeiden, sich selbst gegen die Abmahnung und die Kostenforderung “zu verteidigen”. Ein spezialisierter Anwalt wird sie umfassend beraten. Er wird ihnen das Risiko darstellen, welches sich für die jeweiligen Handlungsalternativen ergibt. So kann man das Klagerisiko ggf. erheblich reduzieren.