Freispruch mit Ansage

Der Angeklagte soll angeblich am Diebstahl einer Ritterrüstung beteiligt gewesen sein. Diese befand sich an einem Autohof und wurde dort, vorübergehend, von Fußballfans entwendet. Vor Ort hatte sich der Angeklagte als Täter “geoutet”, aber wohl nur, um die ansonsten drohende Personalienfeststellung von mehr als 80 Personen abzukürzen.

Schon in der Akte stand der Vermerk, dass anwesende Zeugen den Angeklagten als Täter ausgeschlossen hatten. Ebenso gab es einen Vermerk, dass gegen den Angeklagten kein Tatverdacht konstruiert werden könnte. Trotzdem erging ein Strafbefehl, gegen den der Angeklagte natürlich Einspruch einlegte.

Die Hauptverhandlung geriet zu Selbstläufer. Der Akteninhalt wurde bestätigt. Ein vor Ort mit den Maßnahmen betrauter Beamter meinte gar, dass er dem Angeklagten schon damals nicht geglaubt hätte, dass er der Täter sei.

Es drängte sich daher die Frage auf, warum sich eigentlich insgesamt zwei Angeklagte, zwei Verteidiger und eine Hand voll Zeugen hunderte Kilometer von der Heimat entfernt in die hessische Provinz begeben mussten. Das fragte sich offenbar auch das Gericht und sprach kurzerhand frei.