Fristlose Kündigung wegen Scherz-Böller

Während der Kollege gerade ein Dixi-Klo besucht lässt der (später klagende) Gerüstbauer darin einen Silvester-Böller hochgehen. Dem Kollegen bringt dies diverse Verbrennungen, dem Gerüstbauer, der Vorarbeiter war, jedoch die Kündigung ein.

Der Gerüstbauer klagt daraufhin, will nur einen der üblichen stimmungsaufhellenden Scherze unter Kollegen gemacht und die Verletzungen nicht beabsichtigt haben.

Das Arbeitsgericht Krefeld (Urteil vom 30.11.2012, Az: 2 Ca 2010/12) hat da offenbar einen anderen Humor. Es sprach nämlich von einem “tätlichen Angriff” auf den Kollegen. Der Scherzkeks hätte erkennen können, dass mit dem Gebrauch des Knallkörpers die Gefahr erheblicher Verletzungen verbunden ist. Es stellte auch fest, dass der Kollege keinerlei Reaktions- oder Fluchtmöglichkeit gehabt habe.

Es bestätigte daher die fristlose Kündigung. Diese sei selbst bei 15 Jahren Betriebszugehörigkeit gerechtfertigt. Der Kläger als Vorarbeiter hätte sich auch mehr seiner Vorbildrolle als seiner Rolle als Scherzkeks widmen müssen.