“Gefällt mir” = Kündigung

Sie sollte bald ihren Job verlassen und einen sechsstelligen Betrag als Abfindung mitnehmen. Ein Klick auf den “Gefällt mir” Button unter einem Facebook-Eintrag ihres Mannes kostete eine Arbeitnehmerin jetzt jedoch fast diesen in Aussicht gestellten Betrag. Dies berichtet die Mitteldeutsche Zeitung hier.

Die Arbeitnehmerin sollte nach 25 Jahren Tätigkeit für eine Bank aus ihrem Job ausscheiden. Der Aufhebungsvertrag war in trockenen Tüchern. Der Ehemann der Arbeitnehmerin zeigte sich jedoch nunmehr in zunehmendem Maße “kritisch” gegenüber dem Kreditinstitut, insbesondere durch Einträge bei Facebook. Unter einem derartigen Eintrag, der offenbar unter dem Motto “Der Fisch stinkt vom Kopf her” den Vorstand des Instituts unangemessen kritisierte, fand sich ein gereckter Daumen, also das Zeichen, dass jemandem dieser Beitrag gefiel. Dies sollte die Ehefrau sein.

Ein “Freund” der beiden, denn nur für Freunde sei die Meldung freigegeben gewesen, druckte den Beitrag aus und spielte ihn dem Vorstand zu, der daraufhin, nachdem zuvor eine gütliche Verkürzung der Restarbeitszeit scheiterte, der Arbeitnehmerin kündigte. Diese klagte und behauptete u.a., dass nicht sie auf “Gefällt mir” geklickt habe, sondern der Ehemann, der sich mit ihrem Benutzernamen eingeloggt habe.

Dem Arbeitsgericht war es letztlich schnuppe, wer den “Gefällt mir” angeklickt hat. Selbst wenn es die Arbeitnehmerin gewesen wäre, hätte dies aufgrund der 25jährigen beanstandungsfreien Tätigkeit gerade nicht als Grund für eine Kündigung ausgereicht. Ob das Urteil rechtskräftig wird, war offenbar noch nicht bekannt.