Geschwärzt und doch nicht schwarz!

Farbenlehre für Juristen und Lebensmittelproduzenten:

Es gibt schwarze Oliven und grüne Oliven. Und es gibt geschwärzte Oliven, also eigentlich grüne Oliven, die in der Regel mit Eisen-II-Gluconat geschwärzt, also gefärbt werden. Diese geschwärzten Oliven als schwarze Oliven zu bewerben ist unzulässig, wie das Landgericht Duisburg unlängst nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) gegen Aldi Süd entschied (LG Duisburg, Urteil vom 06.03.2015 – 2 O 84/14).

Der Verbraucher gehe bei der Bezeichnung “Spanische schwarze Oliven” davon aus, tatsächlich schwarze Oliven zu erhalten, die aromatischer und hochwertiger seien als grüne, geschwärzte Oliven. Demnach sei das Bewerben als schwarze Oliven unzulässig, unabhängig davon ob, wie in einem Teil der Fälle, der Farbstoff überhaupt nicht auf der Zutatenliste oder aber als “Stabilisator: Eisen-II-Gluconat” erscheint. Selbst wenn allein die Zutatenliste den Hinweis “geschwärzte Oliven” enthält, sei das Bewerben dennoch unzulässig, da der Verbraucher nach der eindeutigen Bezeichnung als schwarze Oliven auf dem Hauptetikett keine Veranlassung zum Studium der Zutatenliste mehr sehe.

Aus diesem Grunde sollte immer bedacht werden, dass sich das, was auf einem Etikett steht, gefälligst auch in der Verpackung befinden muss!

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