Knapp an der Rechtsbeschwerde vorbei

Obwohl ich eigentlich in dieser Woche urlaubsbedingt kanzleiabwesend bin, stand heut vormittag noch eine kurze OWi-Verhandlung an.

Der Betroffene war vom persönlichen Erscheinen entbunden. Der Vorsitzende fragte daher pflichtgemäß mich, ob ich, in Vertretung des Betroffenen, Angaben zur Sache machen wollte. Wollte ich natürlich nicht.

Nach durchwachsener Beweisaufnahme, die dazu führte, dass der Vorsitzende und ich grundsätzlich gegenteiliger Auffassung darüber waren, ob der Identitätsnachweis hinsichtlich der Tatbeteiligung des Betroffenen geglückt ist oder nicht, folgte mein Plädoyer.

Sodann schaute der Vorsitzende erstmal etwas fragend, was in mir die Hoffnung auf einen kommenden Grund für eine Rechtsbeschwerde aufkeimem ließ. Er löste es jedoch diplomatisch: “Ich weiß grad nicht, ob das jetzt nötig ist, aber ich geben ihnen Herr Verteidiger mal das letzte Wort. Wollen Sie noch etwas sagen?”

Gerade noch einmal die Kurve gekriegt!

Ich wollte im Übrigen erst schizophren antworten: “Ich schließe mich den Worten meines Verteidigers an”, hab es dann aber doch gelassen.