Nacktscanner: Auch Religionsfreiheit betroffen

Nacktscanner sind nach dem gescheiterten Attentatsversuch in Detroit nunmehr in aller Munde. Die Befürworter sehen darin die Möglichkeit unproblematisch Waffen und Sprengstoff zu erkennen.

Mal abgesehen davon, dass die Gegner gerade diese unproblematische Erkennbarkeit bestreiten, ist das größte Argument gegen die Scanner der Schutz der Persönlichkeitsrechte des Gescannten.

Daneben jedoch kann auch die Religionsfreiheit betroffen sein. Gegenstand der Religionsfreiheit sind auch religiöse Be- und Entkleidungsvorschriften. Wie Golem hier berichtet, hat nunmehr Thilo Weichert, Landesdatenschützer in Schleswig-Holstein, darauf hingewiesen, dass diese gerade durch die Nacktscanner verletzt werden.

Dies ist nachvollziehbar. Sinn einer Burka ist die Verhüllung der Frau vor den Blicken anderer (es sei dahingestellt, ob dies grundsätzlich nach unseren westlichen Maßstäben als gut oder schlecht beurteilt werden sollte). Auch wenn ein Nacktscanner oder Körperscanner die intimsten Gegenden des Körpers nicht darstellt (derzeit diskutierte “privacy function”), so stellt er doch den Menschen unter dem Gewand dar, was nach religiösen Vorschriften gerade nicht geschehen soll. Somit wird die Freiheit, eine Burka zu tragen, ausgehebelt, indem durch technische Einrichtungen “unter” diese Burka geschaut wird.

Hier geht es m.E. nunmehr nicht mehr nur um den Schutz der Intimsphäre sondern vielmehr auch um die Beachtung religiöser Freiheiten. Ein Grund mehr, den Einsatz von Nacktscannern, die nach Einschätzung einiger Stimmen offenbar auch keine wirliche Verbesserung bringen, abzulehnen.

One thought on “Nacktscanner: Auch Religionsfreiheit betroffen

  1. RA JM sagt:

    “Nacktscanner nunmehr in aller Munde”? Igitt! 😉

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