Netter Versuch

Zur Durchsetzung eines Zahlungsanspruches war das Konto des Gegners gepfändet worden. Ein Dritter behauptete sodann, auf dem gepfändeten Konto ginge sein Geld (u.a. Lohn) ein, an das müsse er doch herankommen. Wenn dem so war, war es jedenfalls Pech, denn das Geld, dass sich beim Schuldner auf dem Konto befindet, gehört auch dem Schuldner und kann so gepfändet werden. Etwaige Zahlungsansprüche Dritter stehen dem nicht entgegen.

Jedenfalls kamen Schuldner und Dritter auf eine Idee: Wenn der Gläubiger das Konto freigeben würde, würde der Dritte das ihm zustehende Geld abheben und davon dann die Schulden des Schuldners bezahlen.

Richtigerweise ging der Gläubiger auf dieses Ansinnen nicht ein. Denn die Freigabe des Kontos hätte aller Voraussicht nach dazu geführt, dass das noch vorhandene Geld im Nichts verschwindet und dem Gläubiger eine Sicherung weniger zur Verfügung stünde. Aber, die Idee war immerhin ein netter Versuch des Schuldners.

Wahrscheinlich hat sich der Dritte in der Folge seinen Lohn in bar auszahlen lassen, denn wenige Wochen später lag der ausstehende Betrag auf dem Tisch des Gläubigers. Dann erst gab er, richtigerweise, das Konto wieder frei.