Arbeitsrecht: Peter ohne Wolf – Arbeitsgerichte und die Kunst

Das Bundesarbeitsgericht hatte sich mit dem Fall eines gekündigten Orchestermusikers zu beschäftigen (Urteil vom 27.01.2011, Az.: 2 AZR 9/10).

Dem Hornisten war gekündigt worden, da das Orchester des Arbeitsgebers aus wirtschaftlichen Überlegungen verkleinert werden sollte. Dieser Verkleinerung fielen sämtliche Hornisten zum Opfer.

Der Gekündigte klagte und wandte u.a. ein, dass die verkleinerte Besetzung des Orchestes ohne Hornisten unsinnig sei, da eine Vielzahl von Stücken nur mit Hornisten machbar wäre. Aus “Peter und der Wolf” würde dann “Peter ohne Wolf” werden.

Das BAG hat sich (zum Glück) nicht auf sachfremdes Terrain bewegt und musikalisch-künstlerische Überlegungen zur Notwendigkeit von Hornisten angestellt. Vielmehr stellte es fest, dass die Verkleinerung nachvollziehbaren wirtschaftlichen Zwecken diente und nicht mißbräuchlich war, etwa der Abschiebung eines unbeliebten Musikers dienen sollte. Die musikalische Sinnhaftigkeit sei durch das BAG nicht zu prüfen.

One thought on “Arbeitsrecht: Peter ohne Wolf – Arbeitsgerichte und die Kunst

  1. M. Drockner sagt:

    Die Klagepartei war offensichtlich schlecht vertreten. Es handelt sich – wie der Verfasser andeutet – um eine ganz normale betriebsbedingte Kündigung. Und da lernt man schon als Student,dass im Rahmen der Prüfung des ersten Abschnitts (dringende betriebliche Erfordernisse) keine Vernünftigkeitsprüfung anzustellen ist.

    Die Klagepartei solltemit ihrem Anwalt noch malsehr eindringlich reden, was etwaige Honorarforderungen angeht:-)

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