Preisgestaltung bei der Abmahnungsabwehr

Es gibt viele Rechtsanwälte, die ihren Mandanten die Verteidigung gegen urheberrechtliche Abmahnungen bieten, oftmals zu fast konkurrenzlos günstigen Preisen. Wie der Kollege Gulden hier feststellt, gibt es bei vermehrtem Klageaufkommen wohl den ein oder anderen Kollegen, der mit seiner Kalkulation daneben liegen könnte. Ohne einem Kollegen etwas schlechtes unterstellen zu wollen, so ist es trotzdem denkbar, dass derjenige, der einen All-Inclusive-Komplettpreis bietet auch möglichst ein eingeschlossenes Klageverfahren verhindern will. Erst recht wenn er im Vorfeld auch noch zugesichert hat, dass der Mandant nix zahlen müsse.

Das ist für den Mandanten letztlich der GAU. Nach seinem ersten Besuch beim Anwalt erhält er eine kleine Rechnung und freut sich, dass der Anwalt das Ganze schon grade biegen wird und er, der Abgemahnte, nix mehr zahlen muss. Dann rudert plötzlich der Anwalt zurück und drängt den Mandanten zum Vergleich, damit ein Klageverfahren vermieden wird. Denn dieses kann der Mandant evtl. gar nicht gewinnen. Zieht der Mandant die Sache dann trotzdem durch und verliert, dann wird die Sache noch einmal teurer.

Das Vertrauen in den Anwalt ist dann dahin, nur weil der Anwalt die Mandantschaft mit Niedrigpreisen ködern wollte.

Um derartige unliebsame Überraschungen zu vermeiden, bieten wir unseren Mandanten eine vernünftige Kostenvereinbarung an: Die gesamte außergerichtliche Tätigkeit rechnen wir zum vorher vereinbarten Festpreis ab. Dieser Preis gilt unabhängig davon, wie lange sich die außergerichtliche Auseinandersetzung hinzieht und unabhängig davon, ob der Mandant, nach entsprechender Beratung, letztlich zahlt, die Forderung der Gegenseite nach unten verhandeln oder jegliche Zahlung zurückweisen will.

Nur für den Fall, dass sich ein gerichtliches Verfahren anschließen sollte, so wird die Tätigkeit des Anwalts in diesem Verfahren dann nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz abgerechnet. Die Gebühren richten sich dann nach dem Streitwert, der in der Regel der geltend gemachten Schadensersatz- und Anwaltskostenforderung des Abmahners entspricht. Die voraussichtlichen Kosten anhand des zu erwartenden Streitwertes können wir Ihnen jederzeit, auch schon bei der Erstberatung, mitteilen.

Und im Übrigen: Wir versprechen Ihnen nicht, dass Sie nichts an die Gegenseite zu zahlen hätten. Wir erklären Ihnen in aller Ruhe die sich in Ihrem Fall ergebenden Möglichkeiten sowie die damit verbundenen Risiken und Kosten. Denn letztlich entscheiden Sie selbst, welche der Möglichkeiten Sie ergreifen.

Wenn Sie abgemahnt worden sind, suchen Sie unbedingt einen spezialisierten Rechtsanwalt auf. Fragen sie ihn ruhig, ob er Erfahrung in der Materie hat, ob er regelmäßig solche Mandate bearbeitet oder nur ein bis zweimal pro Jahr. Und fragen Sie ihn bereits vor der ersten Beratung nach den entstehenden Kosten. Die außergerichtliche Vertretung sollte möglichst immer zum Festpreis abgerechnet werden. Wenn außergerichtlich nach Streitwert abgerechnet wird, entstehen oftmals Kosten, die die eigentliche Schadensersatzforderung der Gegenseite übersteigen. Jedenfalls aber wissen Sie bei einem Festpreis genau was Sie zahlen müssen. Seien Sie vorsichtig, wenn ein Anwalt seine eigenen Kosten nicht erläutert oder die Frage der Kosten erst nach Beendigung des Mandats erörtern möchte.