Primacom / PYUR uneinsichtig

Der ehemalige Kunde eines Kabel-TV-Anschlusses kündigt bei der Primacom, seinem Kabelanbieter, außerordentlich wegen Umzugs. Er erhält zunächst eine Kündigungsbestätigung unter Berücksichtigung der eigentlichen Vertragslaufzeit mit der Ankündigung, dass die außerordentliche Kündigung nach Nachweis des Umzugs in ein nicht versorgtes Gebiet wirksam wird. Mit dieser Bestätigung erhält er alle Daten für die Rücksendung der Hardware.

Der Kunde zieht um, übersendet den entsprechenden Nachweis und zeitgleich die entsprechende Hardware an die Primacom, wie auf deren Kündigungsbestätigung angegeben.

Sodann erhält er eine weitere Kündigungsbestätigung zur außerordentlichen Kündigung (soweit korrekt) und die Aufforderung, die Hardware zurückzusenden. Diese Aufforderung nimmt der Kunde zur Kenntnis, hat aber gleichzeitig bereits die Bestätigung von DHL vorliegen, dass das Paket mit der Hardware bei Primacom eingegangen sei. Eigenartig ist nur, dass auf der neuerlichen Kündigungsbestätigung eine andere Rücksendeadresse verzeichnet ist. Er weist auf die erfolgte Rücksendung per Nachricht über das Kundenportal hin.

Knapp zwei Monate später fordert die Primacom erneut die Rücksendung der Hardware, die man nicht erhalten habe, setzt eine Frist von 5 Tagen hierzu und stellt in Aussicht ansonsten die offenbaren Neupreise der Hardware (die schon zwei Jahre ihren Dienst beim Kunden versehen hatte) als Schadensersatz zu fordern.

Der Kunde teilt per Kundenportal nunmehr mit, dass die Hardware längst übersandt sei und bitte, unter Fristsetzung, um Bestätigung, dass sich die Sache erledigt hat. Die Bestätigung unterbleibt, der Kunde befürchtet weitere Maßnahmen der Primacom, die diese ja bereits angekündigt hat, und geht zum Anwalt.

Der schreibt der Primacom, teilt den Sachverhalt mit, fordert, dass man bestätigen möge, die geltend gemachten Ansprüche nicht weiter zu verfolgen und macht seine Gebühren als Schadensersatz geltend.

Knappe drei Monate später kommt nun der Rechtsnachfolger PYUR, bestätigt endlich den Eingang der Hardware, lehnt aber sämtliche weiteren Ansprüche ab, mit der Begründung, man habe den Anwalt ja nicht selbst beauftragt und insbesondere sei ein Anwalt nicht erforderlich gewesen. Im Übrigen habe man genau einen Tag vor Versendung der letzten Aufforderung die Nachricht erhalten, dass die Hardware zurück sei, da habe man das Schreiben nicht mehr stoppen können. Stellt sich die Frage: Warum dauert es zwei Monate, um intern die Nachricht des Eingangs der Hardware zu verzeichnen? Sicherlich ist der Vorgang des Versendens von derartigen Aufforderungen automatisiert. Dann wird ein Schreiben auch nur gedruckt, wenn nicht im System hinterlegt ist, dass die Hardware eingegangen ist. Demnach wäre auch am Tag des Drucks des Schreibens wohl noch kein Eingang intern im System eingetragen gewesen. Oder aber, da entscheidet noch einer manuell, wer eine Aufforderung erhält. Der hätte dann jedenfalls den Status auch noch einmal genauestens prüfen müssen.

Noch einmal: Der Kunde sendet vertragsgemäß die Hardware nach Beendigung des Vertragsverhältnisses zurück. Nach Eingang der Hardware wird er zur Übersendung erneut aufgefordert. Er weist darauf hin, dass die Rücksendung schon erfolgt ist. Daraufhin bekommt er zwei Monate später die erneute Aufforderung zur Übersendung mit Ankündigung der Geltendmachung von Schadensersatz. Er teilt wiederum mit, dass alles bereits erledigt sei und erhält, trotz Fristsetzung, keine Antwort. Wie lange soll der Kunde denn das Spielchen fortsetzen, bevor Primacom / PYUR die Notwendigkeit, einen Rechtsanwalt einzuschalten, bestätigen wird? Warum soll der Kunde darunter leiden, dass der Laden offenbar keine vernünftige interne Kommunikation / Datenweiterleitung hat? Selbstverständlich ist die Einschaltung eines Anwalts notwendig, da ohne diesen ja offenbar nichts geschehen wäre. Schon mit Anwalt hat es ja immerhin dann noch drei Monate bis zur Erledigung gedauert.

Es kann durchaus sein, dass diese Thematik demnächst ein Gericht beschäftigen wird. Wir werden berichten.

Haben auch Sie Ärger mit Ihrem Anbieter für Kabelfernsehen, Internet oder sonstigen Versorgern? Lassen Sie sich anwaltlich beraten, welche Ansprüche Ihnen zustehen!