Recht am eigenen Bild des Arbeitnehmers nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Möchte ein Arbeitgeber Bilder oder Videos veröffentlichen, in denen ein Arbeitnehmer abgebildet wird, bedarf er hierzu der ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung durch den Arbeitnehmer. Spannend gestaltet sich immer wieder die Frage, was geschieht, wenn das Arbeitsverhältnis endet, der Arbeitgeber Bilder oder Videos mit dem Arbeitnehmer jedoch weiterhin beispielsweise im Rahmen seiner Internetpräsenz zum Abruf bereithält.

Das Bundesarbeitsgericht hat jetzt festgestellt, dass mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht automatisch die Einwilligung des Arbeitnehmers in die Veröffentlichung derartiger Bilder oder Videos erlischt. Sie ist vielmehr weiterhin existent. Möchte der Arbeitnehmer diese Einwilligung widerrufen, müsse er dafür plausible Gründe darlegen. Insoweit möchte das BAG offensichtlich das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Arbeitnehmers einschränken (BAG, Urteil vom 19.2.2015, Az.: 8 AZR 1011/13).

Im Ergebnis kommt das BAG dazu, dass der Arbeitgeber in diesem Fall, deiner Bilder und Videos weiterhin zum Abruf bereithält, den Arbeitnehmern nicht in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt, sodass der Arbeitnehmer keinerlei Anspruch auf Entfernung der Bilder und Videos habe.

 

Wir halten diese Entscheidung für fragwürdig. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist in den letzten Jahren immer wieder gestärkt worden. Es erscheint vertretbar, dass mit dem Arbeitsverhältnis nicht automatisch die Einwilligung in die Veröffentlichung von Bildern und Videos endet. Weniger vertretbar scheint es jedoch, dass der ausgeschiedene Arbeitnehmer plausible Gründe vortragen müsse, warum er seine Einwilligung widerrufe. Es mag sicherlich aufwendig sein, wenn der Arbeitgeber nach einem entsprechenden Widerruf Fotos und Videos prüfen und entfernen. Dies kann jedoch keine Einschränkung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung begründen.

 

Haben Sie Fragen zum Datenschutz, zum Recht am eigenen Bild oder zum Recht auf informationelle Selbstbestimmung, so kontaktieren Sie uns, wir können Ihnen helfen. Erst recht, wenn sie diesbezüglich mit Ihrem Arbeitgeber im Streit liegen.