Schadensersatz gegen Abo-Falle? Nicht unbedingt!

Der Kollege Ferner weist hier auf eine interessante Entscheidung des AG Öhringen (Az.: 2 C 227/10) hin, die einmal wieder beweist, dass eine Verallgemeinerung von Rechtsprechung gelegentlich nicht klappt. Insbesondere nicht, wenn man nicht genau weiß, was wirklich passiert ist.

Zunächst jubelten sicherlich viele Opfer von Abo-Fallen aufgrund der zwischenzeitlich ergangenen Urteile zur Schadensersatzpflicht von Abo-Fallen-Betreibern (siehe hier und hier). Schon vor kurzem hatte jedoch bereits das AG Witten sich in einem Fall anders positioniert (siehe hier).

Nun hat das AG Öhringen einem offenbar zu euphorischen Opfer einer Abo-Falle einen Strich durch die Schadensersatzrechnung gemacht. Da der Kläger offensichtlich keinerlei Angaben zum Sachverhalt, z.B. wie er seine Daten eingegeben hatte und wie die Seite aussah, machen konnte, scheiterte die Klage. Der Kläger hätte nach Auffassung des Gerichtes die Tatsachen, die für eine Täuschung sprechen, darlegen müssen. Dies war nicht erfolgt.

Auch dieses Urteil zeigt einmal mehr, dass Urteile nicht zwingend auf den eigenen Fall anwendbar sind. Jeder Fall ist anders. In jedem Fall sollte daher genauestens durch einen Anwalt geprüft werden, ob ein Anspruch besteht und vor allem, ob dieser auch beweisbar ist.

Sind Sie Opfer einer Abo-Falle geworden, dann stehen wir selbstverständlich zur Beratung und Vertretung zur Verfügung. Dies gilt sowohl für die Abwehr nicht berechtigter Forderungen wie auch für die Geltendmachung etwaiger Schadensersatzansprüche.