Verhalten bei Durchsuchungen

Schnell kann es gehen: Sie geraten, berechtigt oder unberechtigt, ins Visier der Polizei. Diese meint, etwas bei Ihnen finden zu können und steht nun mit einem Durchsuchungsbeschluss bei Ihnen vor der Tür. Was nun?

Eine Durchsuchung können Sie nur in den seltensten Fällen tatsächlich verhindern!

  • Bitten Sie den Durchsuchungsleiter um einen kleinen Moment Geduld und rufen Sie sofort Ihren Anwalt an!
     
  • Lesen Sie den Durchsuchungsbeschluss genau! Schon eine falsche Adressangabe kann zur (kurzfristigen) Unzulässigkeit der Durchsuchung führen und Ihnen (und Ihrem Anwalt) Zeit verschaffen.
     
  • Widersprechen Sie grundsätzlich der Durchsuchung, stellen Sie sich den Beamten jedoch nicht in den Weg. Sie können die Durchsuchung letztlich nicht verhindern.
     
  • Geht aus dem Durchsuchungsbeschluss hervor, dass eine bestimmte Sache gesucht wird, so kann es sinnvoll sein, diese sofort den Beamten auszuhändigen. Mit der Erlangung des Durchsuchungszieles ist die Durchsuchung nämlich beendet, jede weitere Maßnahme unzulässig. Bedenken Sie, dass Polizeibeamte, die Ihre Wohnung durchsuchen auch auf Dinge stoßen können, die sie gar nicht gesucht haben. Auch solche Zufallsfunde können gegen Sie verwendet werden.
     
    Auch wenn Sie Gegenstände freiwillig heraus geben, widersprechen Sie ausdrücklich der Beschlagnahme!
     
  • Lesen Sie das Protokoll der Durchsuchung und Beschlagnahme gründlich! Bestehen Sie darauf, dass alle beschlagnahmten Gegenstände genau bezeichnet werden. Bestehen Sie darauf, dass all Ihre Widersprüche aufgenommen werden!
     
  • Sollten Ihre Firmenräume durchsucht werden, so beurlauben Sie Ihre Mitarbeiter für diesen Tag. Sie selbst sollten Zugriff auf alle benötigten Unterlagen haben, so dass Sie Ihre Mitarbeiter nicht benötigen. Diese können bestenfalls im Wege rumstehen, schlechtestenfalls aber ungewollt ungünstige Äußerungen tätigen. Und nach Abschluss der Durchsuchung dürfte an reguläre Arbeit an diesem Tag eh nicht mehr zu denken sein.
     

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf haben, so stehen wir für Beratungstermine gern zur Verfügung.

Bitte beachten Sie: Diese Tipps sind allgemeine Ratschläge und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Sie ersetzen keinesfalls anwaltliche Beratung. Insbesondere bestehen auch keinerlei Haftungsansprüche gegen die Kanzlei Bella & Ratzka Rechtsanwälte, falls Ihnen durch Befolgen dieser Ratschläge Nachteile entstehen.