Strafrecht: Wer beim Drogen-Händler schläft, ist nicht zwingend der Beihilfe schuldig

Ein Bekannter des Angeklagten hatte eine größere Lieferung sinnes-verwirrender Substanzen erhalten und wollte diese offenbar gewinnbringend weiterveräußern. Aufgrund des Lieferzeitpunktes entschied er, dass Lieferung und Lieferanten die Nacht in der Wohnung des Händlers verbringen sollten. Da im Haus auch die Ehefrau des Händlers lebte, bat dieser den nunmehrigen Angeklagten, doch ebenfalls die Nacht in seiner Wohnung zu verbringen, damit seine Frau nicht mit den drei Lieferanten allein in der Wohnung wäre. Der Angeklagte, der erkannte, dass ein BTM-Handel im Gange war, willigte ein.

Das reicht nach Auffassung des Bundesgerichtshofes (BGH, Beschluss vom 09.03.2011, Az.: 3 StR 31/11) nicht aus, um den Angeklagten wegen Beihilfe am BTM-Delikt zu verurteilen. Sinn seiner Übernachtung sei einzig der Schutz der Ehefrau gewesen. Das BTM-Delikt hingegen sollte nicht gefördert werden. Zumindest fehle es an einer objektiven Förderung.