Telefonvertragswerbung II.

Ich hatte bereits im November über das eigene Erleben im Hinblick auf “versehentlich” abgeschlossene Verträger berichtet, nämlich hier.

Heute nun erreicht mich wieder einmal ein Anruf einer freundlichen Dame des gleichen Anbieters. Ob ich nicht zu ihrer Firma wechseln möchte. Mein “Schicken Sie mir bitte ein schriftliches Angebot” quittierte sie mit einem kurzen “Ja”. Ich bin gespannt, was da kommt!

Wichtig: Sollte es passieren, dass auch Sie nach einem Anruf ein Schreiben eines Anbieters bekommen, dass man Ihnen in naher Zukunft den Telefonanschluss umstelle oder sonst Handlungen folgen werden, erklären Sie sofort einen Widerruf. Kontrollieren Sie solche Schreiben sehr genau! Nach Ablauf der Widerrufsfrist ist ein Ausstieg aus dem Vertrag oft nicht mehr möglich. Haben Sie bereits einen Laufzeitvertrag bei einem anderen Anbieter, kann es Ihnen passieren, dass Sie für zwei Verträge zahlen müssen. Sind Sie sich nicht sicher, ob ein Schreiben eine Vertragsbestätigung darstellt, holen Sie einen anwaltlichen Rat ein.

2 thoughts on “Telefonvertragswerbung II.

  1. RA Ratzka sagt:

    Das Problem ist: Verträge können mündlich geschlossen werden. Beharrt der Anbieter auf dem behaupteten Vertragsschluss, so stehen sich Anbieter und vermeintlicher Kunde im Prozess auf Zahlung gegenüber. Behauptet dann ein Mitarbeiter des Anbieters, fernmündlich eine Bestellung entgegen genommen zu haben, so ist dieser Zeuge und damit Beweismittel. Der dann notwendige Beweis des Gegenteiles gelingt oft nicht. Der Vertragsschluss wäre nachgewiesen, der vermeintliche Kunde hat trotz entsprechender Belehrung nicht widerrufen.

    Selbst wenn, und diesbezüglich stimme ich Ihnen zu, aufgrund des fehlenden Kontraktionswillens des vermeintlichen Kunden, eine Willenserklärung, und somit ein Vertrag, nicht vorliegt, ist ein Widerruf schon allein deshalb zwingend notwendig, weil ein erhebliches Prozesskostenrisiko besteht. Die Einstellung “Ich hab keinen Vertrag schließen wollen, also gibt es keinen Vertrag” zieht leider nicht vor jedem Zivilgericht, insbesondere wenn sich dieses in seiner Bewertung auf die Regeln der Beweis- und Darlegungslastverteilung zurückziehen kann.

  2. jdk sagt:

    Ihre Meinung in diesem Blogbeitrag teile ich nicht. Wenn ich keine Bestellung getätigt habe, bin ich auch nicht verpflichtet diesen Vertrag zu erfüllen. Ein (vorsorglicher) Widerruf kann da helfen, jedoch einfach eine Vertragsbestätigung zu senden, ohne dass ein Vertragsschluss vorgelegen hat, ist schlichtweg nichts rechtskonform und verpflichtet zu nichts.

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