Unschlagbares Angebot der GWE / gewerbeauskunft-zentrale.de

Die Gewerbesauskunft-Zentrale war mittlerweile Gegenstand vielfältiger Nachrichten, juristischer Blogbeiträge und einiger gerichtlicher Auseinandersetzungen. Der Hintergrund war in jedem Fall, dass Unternehmen und Selbstständigen (auch einigen Anwälten) ein Formular zur Vervollständigung ins Haus kam, welches wohl auf den ersten Anschein den Eindruck erweckte, einen kostenlosen Eintrag von Geschäftsdaten im Internet zu ermöglichen. Bei (sehr) genauerem Hinsehen fanden sich jedoch Hinweise auf Kosten. In der Regel wurden nach Rücksendung des Formulars Kosten für einen angeblich abgeschlossenen 2 Jahresvertrag geltend gemacht.

Bei einigen Unternehmern (und Anwälten) beißt die GWE Wirtschaftsinformations GmbH (so der korrekte Firmenname) auf Granit. Andere zahlen, mal aus Unkenntnis, mal aus Angst vor weiteren Kosten, mal aus anderen Gründen.

Nun scheint die Firma eine neue Möglichkeit gefunden zu haben, Kunden von der Zahlung zu “überzeugen”. Der Kollege Ferner berichtet an dieser Stelle von einem Schreiben der GWE, in welchem diese offenbar einem Kunden, der sich aus dem Vertrag lösen wollte, mitteilt, dass man einen Nachfolger im Vertrag suchen werde, der dann im zweiten Vertragsjahr in den Vertrag eintrete und die Kosten ab dann übernehme. Voraussetzung sei allerdings, die schnellstmögliche und vollständige Bezahlung des ersten Vertragsjahres.

Wer an dieser Stelle diese “tolle Angebot” annimmt, kann die Summe fürs zweite Vertragsjahr quasi gleich mit überweisen. Abgesehen davon, dass ich ernsthaft bezweifle, dass sich so schnell ein “Nachmieter” für den Platz findet (insbesondere bei dem Standing, dass die Firma aktuell “genießt”). Es wäre darüber hinaus bei der vorbehaltlosen Zahlung des ersten Vertragsjahres von einem Anerkenntnis der Schuld und damit des Bestehens des Vertrags – auch für das zweite Jahr – auszugehen. Findet sich also kein Nachfolger, so ist eine Verteidigungsmöglichkeit gegen die zweite Jahresgebühr wohl nicht mehr gegeben.

Wer also von besagter Firma irgendwelche Post bekommt, die nach Rechnung, Mahnung, Zahlungsaufforderung oder “unschlagbarem Angebot” aussieht, sollte sich schnellstens anwaltlich beraten lassen, ob und was noch machbar ist!