Vielen Dank Herr Kollege…

… für eine äußerst sinnvolles Vertretung ihres meines Mandanten. Sie haben es geschafft ihm jegliche Verteidigungsmöglichkeit gegen die ihm zugegangene Abmahnung zu nehmen.

Es war nämlich nicht klar, ob der Mandant tatsächlich haftet. Er selbst hat die Rechtsverletzung nicht begangen. Ob er als Störer haftet mag denkbar sein, sicher ist es jedenfalls nicht. Das Schreiben an die abmahnende Kanzlei dann mit den Worten “Mein Mandant räumt die Verantwortlichkeit für die vorgeworfene Rechtsverletzung ein” zu beginnen ist äußerst dumm. Denn solange jemand nicht sicher der Verantwortliche ist, sollte keinerlei Eingeständnis erfolgen (selbst wenn die Verantwortlichkeit gegeben ist, sollte man nicht frei alles zugeben sondern möglichst leise sein). Insbesondere nicht, wenn der Vorwurf das Anbieten eines Liedes aus einer Top 100 Compilation betrifft.

Da nun die gleiche Abmahnkanzlei für andere Rechteinhaber aus der gleichen Rechtsverletzung gegen den Mandanten vorgeht, ist eine Verteidigung hiergegen ungleich schwerer, wenn in der Konsequenz nicht gar unmöglich.

Auszubaden hat das der Mandant, der sich hierfür noch einmal herzlich dafür bedankt!

11 thoughts on “Vielen Dank Herr Kollege…

  1. Rudi sagt:

    Ich bin ja nur “Grüner”, aber ich kann nur vollauf zustimmen.

    Wenn ich auf der Webseite eines Kollegen schon lese, er mache “Strafrecht, Erbrecht, Vertragsrecht, Familienrecht, Gesellschaftsrecht und gewerblichen Rechtschutz”, dann weiß ich in der Regel schon, wie der Schriftwechsel verlaufen wird…

  2. RA Ratzka sagt:

    @Anonym: Das ist nicht höhnisch! Ich versuche lediglich möglichen Betroffenen klar zu machen, dass man in solchen Angelegenheiten nicht jeden x-beliebigen Anwalt aufsuchen sollte, sondern einen, der sich wirklich damit auskennt. Das sollte i.Ü. in allen juristischen Bereichen so sein.
    Leider gibt es halt Kollegen, die sich nicht eingestehen können, von bestimmten Materien keine Ahnung zu haben. Ich selbst würde beispielsweise jegliche familienrechtliche Mandate ablehnen, weil dies nunmal nicht mein Gebiet ist.

  3. Anonym sagt:

    Irgendwie kann ich Postings, die höhnisch Fehler von Kollegen anprangern, um sich selbst zu profilieren, nicht mehr lesen. Ihr Posting hat keinerlei Nachrichtenwert.

    Ich bin in meiner Wahrnehmung jedoch ein Einzelfall. Die Top-Platzierung dieses Postings bei Jurablogs.de zeigt, dass solche Beiträge populär sind.

  4. Carsten sagt:

    @TutNichtsZurSache: Sie gehen von einem normalen Streit aus.

    Abmahnungen wegen Urheberrecht sind inzwischen eher ein Geschäftsmodell geworden und weniger eine Kompensation für tatsächlichen Schaden. Entsprechende Werbebroschüren, die Ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, verdeutlichen dies.
    Und damit verändert sich die Situation:
    Menschlich hat derjenige ein Vergehen begangen und mit Anstand steht man auch mal dafür ein.
    Juristisch hat er aber 100 Vergehen gegen X Anspruchinhaber begangen, die allesamt dies mit dicken Kostennoten garnieren können. Letzteres hat dann nix mehr mit Anstand zu tun.
    Ich sehe es so: Man sollte zwar sich von Ethik leiten lassen, aber juristisch vorsichtig sein Handeln gestalten.

  5. RA Ratzka sagt:

    @ RA JM: Es gibt manchmal aber auf Zufälle….;-)

    @TutNichtsZurSache: Beitrag genau lesen: “Es war nämlich nicht klar, ob der Mandant tatsächlich haftet. Er selbst hat die Rechtsverletzung nicht begangen.” Hätte er selbst angeboten, dann wäre die Haftungsfrage klar gewesen!

  6. RA JM sagt:

    Keine Homepage, keine Ahnung – von derartigen Sachverhalten!? 😉

  7. TutNichtsZurSache sagt:

    Darf man die Herren Winkeladvokaten mal an die materielle Wahrheitspflicht erinnern? Wenn der Mandant vor mir steht und erklärt, dass er es war, kann man sein ganzes Anwaltsgeschleime – in aller Regel belegt mit 2x 4-6 Punkten in den Examina – mal zu Seite legen und die Wahrheit denn auch der Gegenseite verkünden.

  8. RA Ratzka sagt:

    Leider letzteres…aber, das macht nix…

  9. RA JM sagt:

    Hat der Kollege den auch schon seine Haftpflichtversicherung im Impressum angegeben – oder hat er gar keine Webseite? 😉

  10. RA Ratzka sagt:

    In der Tat…dies ist denkbar…

  11. Frager sagt:

    Kommt hier nicht eine Haftung ihres Kollegen in Betracht?

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