Warum der nächste Anwalt nicht immer der beste Anwalt ist

Der Mandant kam zu mir in einer neuen Filesharing-Sache. Nachdem ich ihm anhand der Abmahnung und seiner Ausführungen die Sach- und Rechtslage erläutert habe, meinte er, dass er bei einem Kollegen meiner Zunft, der nur ein paar Häuser vom Mandanten entfernt residiert, hätte gleich mißtrauisch werden sollen. Dieser habe ihm bei einer früheren urheberrechtlichen Abmahnung für 20 Euro “beraten”. Dabei habe der Kollege die Abmahnung durchgelesen, nichts weiter abgefragt sondern nur gemeint, dass dies so schon ok sei, und der Mandant die Unterlassungserklärung unterzeichnen und die begehrte Zahlung vornehmen sollte.

Die 20 Euro waren dann auch definitiv rausgeschmissenes Geld. Schon die überschlägige Überprüfung der Sache ergab, dass weder die Unterlassungserklärung sinnvoll war, noch dass eine Zahlungsverpflichtung überhaupt bestand. Die Beratung bei mir wäre zwar definitiv teurer als 20 Euro gewesen, allerdings hätte der Mandant voraussichtlich immer noch einen dreistelligen Betrag gespart.