Was zu erwarten war…

Aufgrund einer äußerst “genauen” Zeugenaussage leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort ein. Der Hauptzeuge war der Auffassung, mehrere Tage nach dem eigentlichen Unfallgeschehen das Tatfahrzeug an anderer Stelle wieder erkannt zu haben. “Fachkundig” wurden vermeintliche Schadensstellen vermessen und Anzeige erstattet. Ein “sachverständiger” Zeuge war der Auffassung, dass nur das Fahrzeug des Beschuldigten die Schäden am Fahrzeug des Geschädigten verursacht haben kann. Interessanterweise hatte der Geschädigte jedoch zwischenzeitlich sein Fahrzeug waschen lassen, was dazu führte, dass sämtliche Schadensspuren urplötzlich verschwunden war.

Trotzdem lud die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten zur Vernehmung, wer sich jedoch sinnvollerweise zuvor an mich wandte. Die Akteneinsicht ergab das bereits bezeichnete dünne Beweisbild. Meiner Empfehlung, das Verfahren gemäß §170 Abs. II StPO einzustellen kam die Staatsanwaltschaft danach umgehend nach.

w.z.e.w
(was zu erwarten war)

2 thoughts on “Was zu erwarten war…

  1. RA Ratzka sagt:

    In diesem Fall hatte die RSV zunächst Deckung zugesagt und hätte diese Zusage für den Fall der Verurteilung wg. eines Vorsatzdelikts zurückgezogen.

  2. peter sagt:

    Ihre Kostennote musste der Beschuldigte trotzdem selber zahlen? (Schliesslich ist FF ja ein Vorsatzdelikt, und Vorsatz mögen RSV nicht …)

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