Wenn der potentielle Adhäsionskläger im Unklaren gelassen wird…

Der Mandant steht unter Betreuung, und das seit vielen Jahren. Zunächst war eine entfernte Verwandte Betreuerin. Deren Lebensgefährte lieh sich vom Mandanten eine beträchtliche Summe Geld, wissend, dass er sie nicht zurückzahlen kann.

Nach Wechsel des Betreuers stellte der Mandant Strafanzeige und teilte auf entsprechende Anfrage der Staatsanwaltschaft mit, dass er beabsichtige einen Adhäsionsantrag im Hinblick auf den entstandenen Schaden zu stellen. In der Anfrage der StA war weder vermerkt, dass bereits Anklage erhoben war, noch, dass sogar schon ein Termin zur Hauptverhandlung bestimmt war. Der Mandant wurde auch nicht als Zeuge geladen.

Es kam wie es kommen mußte, der Adhäsionsantrag ging zwei Tage nach der Verurteilung beim Gericht ein. Nun, nach mehr als 3 Monaten, teilt die StA endlich mit, dass das Strafverfahren längst erledigt ist. Es wäre doch nicht zuviel verlangt gewesen, wenn der Staatsanwalt, der von der anwaltlichen Vertretung des potentiellen Nebenklägers wußte, einfach mal den Telefonhörer in die Hand genommen und den Verhandlungstermin mitgeteilt hätte.

Aber immerhin, das ergangene Urteil reicht locker aus, um in einer separaten Klage nunmehr den Schadensersatzanspruch geltend zu machen.