Zehn Minuten bis zum Freispruch

Der Tatvorwurf: Unterschlagung. Der Angeklagte soll sich einen Gegenstand geliehen haben und die Rückgabe seitdem verweigern. Das wäre strafbar.

Der Angeklagte bestreitet die Tat, da er sich nichts geliehen habe. Der Verleiher kann nicht nachweisen, dass er das Gerät überhaupt erworben, geschweige denn an den Angeklagten verliehen hat.

Der Zeuge hat vom verliehenen Gerät angeblich lediglich den Transportkoffer und das Ladegerät übrig. Der Angeklagte hat ein Gerät gleicher Art, gleichen Herstellers, gleichen Typs. Aber, er hat auch einen Transportkoffer und ein Ladegerät. Und er hat einen Kaufbeleg.

Der Richter stellt (richtigerweise) fest: Einer der beiden lügt!

Der Richter stellt (richtigerweise) auch fest: Wer von beiden lügt, lässt sich nicht feststellen!

Dass er zu diesen Feststellungen kommt, liegt daran, dass hier ausnahmsweise mal eine (bestreitende) Einlassung des Angeklagten geboten war. Dadurch schaffte er für die angebliche Leihe eine “Aussage gg. Aussage” Konstellation. Ohne eine Einlassung, hätte das Gericht lediglich eine belastende Aussage gegen den Angeklagten gehabt, was zu einer Verurteilung gereicht hätte.

Ergebnis: Freispruch! Denn wenn das Gericht nicht sicher feststellen kann, was denn nun tatsächlich passiert ist, greift der Grundsatz “in dubio pro reo” – Im Zweifel für den Angeklagten. Die Verhandlung dauerte kaum zehn Minuten.

Die Sache hätte mit falscher Verteidigungsstrategie auch schief gehen können. Zum Glück hatte der Angeklagte einen Spezialisten an seiner Seite, einen Fachanwalt für Strafrecht.

 

Wenn auch gegen Sie ein Ermittlungs- oder Strafverfahren läuft, dann lassen Sie sich anwaltlich beraten und verteidigen. Sie selbst sind in der Regel der Auseinandersetzung im Gericht nicht gewachsen. Sie erhalten keine Akteneinsicht. Sie können Gericht und Staatsanwaltschaft nicht auf Augenhöhe begegnen. Vertrauen Sie auf die Hilfe eines Strafverteidigers! Rufen Sie uns an!