Drei Jahre Ermittlungen für die Katz!

Vor gut drei Jahren erreichte mich morgens der Hilferuf eines Mandanten. Firma und Privatwohnung würden durchsucht werden. Er brauche mich dringend.

Im Rahmen der Durchsuchung (die einen eigenen, kurzen Artikel verdient) wurden umfangreich Daten gesichert und Akten eingepackt. Es wurde über drei Jahre hin versucht, durch Auswertung der Akten und Sichtung der elektronischen Daten (deren Beschlagnahme ebenfalls einen eigenen Artikel verdient), einen Tatverdacht zu erhärten, der von vornherein erkennbarer Unsinn war.

Was war passiert? Der Mandant hatte sich aus einer Festanstellung heraus selbstständig gemacht. Dummerweise in der gleichen Branche wie sein früherer Arbeitgeber. Ein Konkurrenzverbot gab es nicht. Aber, so leicht gab sich sein alter Arbeitgeber nicht geschlagen in dem Streben, dem Mandanten die neue Selbstständigkeit so unbequem wie möglich zu machen. Er erstattete Anzeige, da der Mandant Arbeitsmaterialien unterschlagen haben solle und zudem Firmendokumente mitgenommen und wichtige Kontaktdaten gelöscht habe.

Die Ermittlungen wurden vom steten „Feuer“ der Prozessbevollmächtigten des Arbeitgebers begleitet. Ständige Akteneinsichtsgesuche, Ermittlungsanregungen und die stete Bitte, man möge Ermittlungsergebnisse doch bekannt geben, zeigten, dass es dem Arbeitgeber vor allem darum ging, auf der zivilgerichtlichen Schiene Ansprüche zu konstruieren, um auch hier noch etwas vom Mandanten abzugreifen.

Als die zivilrechtliche Auseinandersetzung dann letztinstanzlich beendet war, kehrte großes Schweigen ein. Nie wieder ward der Prozessbevollmächtigte des Arbeitgebers mit einem Akteneinsichtsgesuch in diesem Verfahren auffällig.

Und die Staatsanwaltschaft? Die fragte noch einmal, beinahe verschämt, bei der Verteidigung nach, was man denn von einer Einstellung gegen Auflage halte. Die kurze Antwort: „Nichts!“

Und so geschah es, dass nach nunmehr fast drei Jahren Ermittlungsarbeit das Verfahren klamm und heimlich nach §170 Abs. 2 StPO wegen des Fehlens eines Tatverdachtes eingestellt wurde. Der Mandant ist zufrieden mit dem Ergebnis und der jahrelangen Betreuung durch mich, seinen Verteidiger.

 

Hat man auch Ihr Haus oder Ihre Firma durchsucht? Stehen die betont unauffällig gekleideten Zivilbeamten vielleicht gerade vor Ihrer Tür? Sind Sie beschuldigt oder angeklagt? Reden Sie mit niemandem! Reden Sie erst mit Ihrem Verteidiger! Rufen Sie uns an!