Freispruch mit Ansage

Zwischen A und B, ehemalige Lebensgefährten, gab es Stress. Dabei ging eine Scheibe zu Bruch. Ein Strafverfahren war die Folge. So weit, so gewöhnlich.

In der Zeugenvernehmung sagte die A, der B sei mit dem Auto gekommen, die Oma sei mitgekommen.

Aus dieser kleinen unbedeutenden Aussage macht ein übereifriger Staatsanwalt ein Ermittlungsverfahren gegen die Oma mit dem Vorwurf des Gestattens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, da der B eine Fahrerlaubnis tatsächlich nicht besaß (§ 21 Abs. 1 Ziff. 2 StVG). Nach Meinung des Ermittlers soll die Oma gefahren sein. Gewagte These angesichts der Aussage der A.

Nun könnte man nach rechtsstaatlichen Grundsätzen ja davon ausgehen, dass im Rahmen der Ermittlungen eventuell die Zeugin noch einmal genauer befragt wird. Man könnte auch erwarten, dass ein solches Verfahren mit einer Einstellung gegen Auflage oder maximal mit einem Strafbefehl endet. Die Oma war bis dahin unbescholten.

Nein, es fehlte in der Behördenstatistik wohl noch ein Verfahren, denn die objektivste Behörde der Welt erhob kurzum Anklage.

Es kam, wie es kommen musste. Die Zeugin A wusste gar nicht, warum sie so falsch verstanden wurde. Freilich hätte sie nie behauptet, B sei gefahren und die Oma sei nur mitgekommen. Die Oma saß am Steuer, was sie dank Fahrerlaubnis durfte, der B saß daneben. Ergebnis: Freispruch.

Eine einfache Nachermittlung, schnell und kostengünstig gemacht, hätte ein Strafverfahren mit immensen Kosten (Anwaltsgebühren, Zeugenentschädigung, Kosten für die -erfolglose- Verschubung des zwischenzeitlich in anderer Sache einsitzenden B etc) und der immensen Belastung der unschuldig angeklagten Oma erspart. Fand auch der Richter und richtet entsprechende Worte an die Anklagebehörde.

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