Rotlichtverstoß: Kein Augenblicksversagen an belebten und komplexen Kreuzungen

Ein Rotlichtverstoß  kann schnell begangen sein. Wer einen kurzen Augenblick nicht aufpasst, kann den Wechsel von Grün auf Gelb und Rot verpassen. Eine nicht selten ins Feld geführte Argumentation ist dann ein sogenanntes „Augenblicksversagen“, also letztlich ein Versehen, dass in den Bereich der einfachen Fahrlässigkeit fällt. Die Annahme eines solchen Augenblicksversagens kann häufig zum Entfall eines ansonsten im Regelfall zu verhängenden Fahrverbotes führen.

Das Berliner Kammergericht hat nun in zwei Entscheidungen klargestellt, dass die Anforderungen an die Aufmerksamkeit des Autofahrers an belebten innerstädtischen sowie an komplexen und gefährlichen Kreuzungen (im letzten Fall zweier Magistralen) so hoch sind, dass ein Augenblicksversagen und anderweitige nur leichte Fahrlässigkeit regelmäßig nicht angenommen kann und es demnach nicht zu einem Entfall des Fahrverbotes kommt. (KG, Beschl. v. 24.07.2019, Az.: 3 Ws (B) 217/19; KG, Beschl. v. 20.06.2019, Az.: 3 Ws (B) 208/19).

Wenn Ihnen also ein Rotlichtverstoß vorgeworfen und ein Fahrverbot angedroht wird, dann versuchen Sie sich bitte nicht selbst mit derartigen Einlassungen herauszureden. Beauftragen Sie lieber einen spezialisierten Rechtsanwalt, der anhand der Verfahrensakte und ggf. unter Zuhilfenahme eines Sachverständigen die Korrektheit des Vorwurfes überprüfen kann. Wir stehen Ihnen jederzeit zur Seite. Rufen Sie uns an!