Zerschmolzener Tatvorwurf

Zu Beginn des Mandates sah es düster aus. Dem späteren Angeklagten wurde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Es ging um eine kleine Messerstecherei, ein Opfer mit einer entsprechenden Wunde und die Frage, wer denn Täter ist. Spannenderweise hatte das Opfer die Wunde erst einige Zeit nach dem Zusammentreffen mit dem Täter überhaupt bemerkt. Als die Anklage kam, war der Tatvorwurf schon deutlich verschlankt. Die gefährliche Körperverletzung war weg, es blieb das Führen eines Schlagringes ...
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Strafmaß-Eiertanz mit Feingefühl

Der Willi hatte sich geprügelt. Gemeinsam mit anderen, hatte er die Gegner wohl nicht besiegt, aber zumindest ein wenig verletzt. Das führte dazu, dass der Willi wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt wurde. Dies an sich ist noch nicht weiter dramatisch.   Das Verfahren zog sich gut zwei Jahre hin. In der Zwischenzeit, und genau darin bestand das Problem, wurde der Willi wegen des mehrfachen Handels mit bunten lustigen Pillen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren, ausg...
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Körperverletzung mit Todesfolge durch Zitronensaft?

Der Bundesgerichtshof hat (Urteil v. 22.12.2010, Az.: 3 StR 239/10) ein Urteil des Landgerichts Mönchengladbach aufgehoben, mit welchem ein Arzt wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt wurde. Der Angeklagte hatte eine Darmoperation bei einer Patientin durchgeführt und die Wunde anschließend mit Zitronensaft behandelt. Er hatte die Patientin hierüber zuvor nicht in Kenntnis gesetzt. Der Zitronensaft war unter nicht sterilen Bedingungen gewonnen worden. Nachdem durch eine Infektion ein...
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Das Rechtmittel des Nebenklägers ist das Glück des Angeklagten

Eine lesenswerte Entscheidung hat der Bundesgerichtshof mit seinem Beschluss vom 28.09.2004, Az.: 4 StR 442/10 gefällt. Die Nebenklägerin war nicht damit einverstanden, dass der Angeklagte erstinstanzlich vom Landgericht nur zu einer gefährlichen Körperverletzung verurteilt wurde und legte Revision ein. Diese war ansich auch zulässig (siehe u.a. hier). Die Nebenklägerin meinte, der Angeklagte habe, als er ihr mit zwei Fingern in die linke Halsseite gedrückt habe, sie töten wollen. Jedenfalls ...
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