Zerschmolzener Tatvorwurf

Zu Beginn des Mandates sah es düster aus. Dem späteren Angeklagten wurde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Es ging um eine kleine Messerstecherei, ein Opfer mit einer entsprechenden Wunde und die Frage, wer denn Täter ist. Spannenderweise hatte das Opfer die Wunde erst einige Zeit nach dem Zusammentreffen mit dem Täter überhaupt bemerkt.

Als die Anklage kam, war der Tatvorwurf schon deutlich verschlankt. Die gefährliche Körperverletzung war weg, es blieb das Führen eines Schlagringes als verbotene Waffe übrig.

In der Hauptverhandlung kam dann gar die Frage auf, ob statt des Beisichführens vielleicht nur ein Besitz des Schlagringes vorlag. Das spielte aber keine Rolle, denn mit Augenmaß stellte das Gericht das Verfahren ohne Auflagen nach §153 StPO ein.

Hier zeigt sich wieder: Man sollte Ermittlungsverfahren ernst nehmen. Man sollte von vornherein durch einen Verteidiger klären lassen, was machbar ist. Keinesfalls sollte man selbst anfangen, mit Ermittlungsbehörden zu reden. Der fast durchweg schweigende Angeklagte hatte hier das Glück, dass sich ein Teil der Vorwürfe im Ermittlungsverfahren ausräumen ließ, ohne dass eine Einlassung abgegeben werden musste. Die dann in der Hauptverhandlung abgegebene Erklärung, dass der Schlagring tatsächlich seiner war förderte die Einstellung.

Im Falle eines gegen Sie gerichteten Ermittlungs-/Strafverfahrens sollten Sie daher immer einen spezialisierten Strafverteidiger, am besten einen Fachanwalt für Strafrecht, beauftragen. Mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl lässt sich eben so manches erreichen. Wenn es ernst wird, rufen Sie uns an!